Volle Fahrt in Richtung Cortina

von jochen dünser
Jonas Müller will sich im dritten Anlauf den Quotenplatz für doe Olympischen Winterspiele holen.⇒EXPA
Jonas Müller will sich im dritten Anlauf den Quotenplatz für doe Olympischen Winterspiele holen.EXPA

Drei Rennen bleiben für Österreichs Rodler, um sich die begehrten Olympia-Tickets zu sichern

Winterberg Die Rückkehr auf eine erfolgreiche Bahn steht an und der Kampf um die Olympia-Tickets spitzt sich weiter zu. Schlag auf Schlag geht es im Weltcup der Kunstbahnrodler – und damit auch in der internen Qualifikation des Österreichischen Rodelverbandes (ÖRV) für die Olympischen Winterspiele 2026 in Cortina d’Ampezzo. Besonders bei den Herren ist der Kampf um die heiß begehrten Startplätze voll entbrannt: Drei Quotenplätze gibt es im Einsitzer, zwei im Doppelsitzer.

Entscheidend sind die kommenden drei Rennen: Nach dem Weltcup-Wochenende in Winterberg folgen die Europameisterschaften in Oberhof (17./18. Jänner) sowie eine Woche später ein weiterer Weltcup an selber Stelle. Danach soll laut ÖRV-Qualifikationsmodus die Nominierung erfolgen.

Jonas Müller gibt den Takt vor

Im Einsitzer hat derzeit Jonas Müller aus Bludenz die besten Karten. Der 28-jährige HLSZ-Sportsoldat startete stark in die Saison: Rang zwei beim Auftakt in Winterberg, ein Sieg in Park City, Platz vier in Lake Placid und zuletzt erneut Rang zwei in Sigulda. Mit 330 Punkten liegt er auf Rang zwei im Gesamtweltcup – nur 16 Zähler hinter dem deutschen Führenden Felix Loch (346).

„Die Trainings verliefen zufriedenstellend. Wir hatten sechs Trainingsläufe, um das Material auf die Bedingungen abzustimmen. Beim Saisonstart in Winterberg hatten wir noch zweistellige Plusgrade, jetzt ist es winterlich kalt, für das Wochenende sind Schneeschauer angesagt. Unsere Zielsetzung bleibt dennoch gleich: Wir wollen auch hier unsere Qualitäten zeigen, anschreiben und Selbstvertrauen tanken“, erklärt Müller.

Vom wachsenden Olympia-Druck will er sich nicht aus der Spur bringen lassen: „Im Moment schaut es gut aus, aber das Blatt kann sich schnell wenden. Ich versuche fokussiert zu bleiben, konzentriere mich von Rennen zu Rennen. Am Ende wird man sehen, ob es reicht.“ Die Qualifikation für Cortina sei sein erstes großes Etappenziel. „Wenn ich das schaffe, mache ich mir weitere Gedanken.“ 2018 und 2022 hatte Müller die Olympia-Nominierung jeweils knapp verpasst. Jetzt soll es im dritten Anlauf endlich klappen.

Die Voraussetzungen könnten kaum besser sein: In Winterberg wurde er 2019 Weltmeister im Sprint, 2025 holte er an selber Stelle EM-Gold im Einsitzer und im Team. In Oberhof kürte sich Müller 2023 zum Weltmeister, dazu kamen WM-Silber im Sprint und mit der Staffel.

Hinter Loch, Müller und dem deutschen Max Langenhan (310) klafft bereits eine größere Lücke: Der Tiroler Nico Gleirscher liegt mit 212 Punkten auf Rang vier, Wolfgang Kindl (169) und 2018-Olympiasieger David Gleirscher (147) folgen auf den Rängen sechs und neun.

Dreikampf im Doppelsitzer

Im Doppelsitzer buhlen drei ÖRV-Duos um zwei Olympia-Tickets. Aktuell haben die Tiroler Juri Gatt/Riccardo Schöpf mit 244 Punkten und Gesamtrang drei die besten Chancen. Nur knapp dahinter folgen der Bludenzer Yannick Müller (27) und Armin Frauscher mit 230 Punkten auf Rang fünf. Auf Rang sieben folgen die Routiniers Thomas Steu (31) und Wolfgang Kindl mit 189 Punkten. „In den nächsten drei Rennen geht es um alles oder nichts. Es wird eine extrem heiße Kiste, aber wir werden um jede Zehntelsekunde und jeden Punkt kämpfen“, betont Polizeisportler Yannick Müller kämpferisch.

Yannick Müller und Armin Frauscher liegen in der internen ÖRV-Qualifikation derzeit auf Rang zwei.⇒GEPA
Yannick Müller und Armin Frauscher liegen in der internen ÖRV-Qualifikation derzeit auf Rang zwei.GEPA
Thomas Steu und Wolfgang Kindl müssen sich im Kampf um ein Olympiaticket noch steigern.⇒GEPA
Thomas Steu und Wolfgang Kindl müssen sich im Kampf um ein Olympiaticket noch steigern.GEPA
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