Von den Stars zur Bühne für Talente

Das Hallenmasters hat sich verändert und bleibt dennoch Anziehungspunkt.
Wolfurt Es war und ist der Höhepunkt im Vorarlberger Breitensport in den Wintermonaten: das Sparkassen-Hallenmasters in Wolfurt. Seit 1997 als inoffizielle Amateur-Hallenfußballmeisterschaft gestartet, galt das Turnier viele Jahre als Pflichttermin für jeden, der im heimischen Fußball etwas auf sich hielt. Die besten Kaderspieler liefen am Parkett auf, Zuschauer drängten sich auf den Tribünen, und auf dem Parkett wurde Hallenfußball der Extraklasse zelebriert. Namen wie Herbert Gager, Eric Orie, Volker Lindinger, Thomas Beck, Matthias Mayer oder Martin Kobras sind untrennbar mit den Glanzzeiten des Turniers verbunden – sie standen sinnbildlich für die sportliche Qualität, die das Masters einst prägte. In den 2000er-Jahren war Wolfurt der Hotspot des Hallenfußballs in Vorarlberg, ein echter Magnet für Spieler und Fans gleichermaßen.
Der Fußball jedoch hat sich verändert und mit ihm auch das Masters. Heute tritt kaum noch eine Mannschaft in Bestbesetzung an. Unter den knapp 90 Teams, die heuer teilnahmen, war kein einziges, das seine stärksten Kräfte vollständig auf das Feld schickte. Stattdessen dominieren heute gemischte Formationen das Bild: eine Mischung aus Stammspielern, erweiterten Kader-Akteuren und Talenten. Der Grund dafür ist nachvollziehbar, liegt er doch in der zunehmenden Belastung für Amateurspieler. In vielen Ligen stehen bis zu 20 Pflichtspiele im Herbst an. Der Termindruck ist enorm, die Pause im Winter ist oft die einzige Möglichkeit für Regeneration. Verletzungen auskurieren, mentale Erschöpfung abbauen, neue Kraft schöpfen ist vielen wichtiger geworden als ein Halleneinsatz. Der sportliche Rückzug zahlreicher Leistungsträger ist daher kein Zeichen von Desinteresse, sondern Ausdruck einer realistischen Prioritätensetzung.
Dennoch hat das Turnier nichts von seiner Anziehungskraft eingebüßt. Von den Tagen vor Weihnachten bis zum Dreikönigstag pilgerten Tausende in die Halle, um die Talente von morgen zu entdecken. Die gesellschaftliche Komponente rückt ebenfalls stärker in den Mittelpunkt. Eltern, Trainer, Freunde nutzen das Turnier, um Einblicke in die Zukunft des Vorarlberger Fußballs zu gewinnen. Und der zeigt sich lebendig, spielfreudig, ehrgeizig. Der Verzicht auf große Namen hat der Atmosphäre keinen Abbruch getan. Das Masters hat sich im Wandel der Zeit neu definiert, ohne an Relevanz zu verlieren. Es ist heute weniger Schaulaufen etablierter Größen, dafür mehr Bühne für junge Spieler mit großen Ambitionen.
Was bleibt, ist das, was das Turnier immer ausmachte: die Leidenschaft für den Fußball, die Nähe zum Publikum, der Stolz, Teil eines besonderen Ereignisses zu sein. Denn es bleibt die Hallenfußballmeisterschaft, nur eben im Gewand einer neuen Generation. Zudem sorgten auch bei der 28. Auflage rund 300 Ehrenamtliche vom FC Wolfurt für einen professionellen Ablauf des Megaevents. VN-tk
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