ÖSV-Schlappe im Nachtslalom

Der Franzose Clement Noel jubelt nicht nur über seinen 15. Weltcupsieg, er führte auch einen Doppelerfolg der „grande nation“ an.⇒gepa
Der Franzose Clement Noel jubelt nicht nur über seinen 15. Weltcupsieg, er führte auch einen Doppelerfolg der „grande nation“ an.gepa

Den Sieg in Madonna di Campiglio sicherte sich der Franzose Clement Noel.

Madonna di campiglio Die ÖSV-Slalomläufer haben in Madonna di Campiglio mit dem bisher schlechtesten Saisonabschneiden die nächste Schlappe kassiert. Mit Michael Matt als 12. und Johannes Strolz auf Platz 17. schafften es beim Weltcup-Nachtklassiker nur zwei Österreicher in die Punkteränge. Der Halbzeit-14. Manuel Feller schied im zweiten Lauf aus. Marco Schwarz war als 36. im Finale nur noch Zuschauer. Platz eins ging im fünften Slalom des Winters erstmals an Olympiasieger Clement Noel.

Der Franzose fing den zur Halbzeit führenden Finnen Eduard Hallberg (+0,12) noch ab. Dritter wurde Noels Landsmann und Gurgl-Sieger Paco Rassat (+0,37). Der in Levi und zuletzt in Alta Badia zweitplatzierte Noel feierte seinen 15. Weltcuperfolg. „Es ist immer speziell in Madonna. Es war für mich hier in den letzten Jahren ein bisschen schwierig, deshalb ist der Sieg sehr, sehr schön. Ich bin sehr glücklich mit meinem Rennen“, sagte Noel nach seinem ersten Triumph im italienischen Dolomitenort.

Dass Rassat neben ihm am Podest stehe, mache die Sache noch besser. „Es ist etwas Besonderes, mit einem Freund auf dem Podium zu stehen.“ Rassat stimmte zu und betonte: „Den Slalom-Jänner so zu beginnen, ist wirklich schön.“ Während der in Levi drittplatzierte Hallberg wieder auf das Podest kam, wurde der nach dem ersten Durchgang vor Noel auf Platz zwei gelegene Schweizer Tanguy Nef auf Rang zehn durchgereicht.

Ausfall statt Aufholjagd für Feller

Die in der Olympiasaison im Slalom weiter ohne Top-5-Ergebnis dastehenden Österreicher lagen bereits nach dem ersten Durchgang mit sehr engen Zeitabständen stark dezimiert im Hintertreffen. Feller fabrizierte anstelle einer Aufholjagd wie in Alta Badia (11.) auf der eisigen „Canalone Miramonti“ einen Ausfall. Sein hohes Risiko im zweiten Lauf habe sich nicht bezahlt gemacht. „Wenn ich nicht riskiere, bist du da schnell einmal 15. oder 20. – dafür fahre ich nicht Ski, ich will weiter nach vor“, sagte Feller und versprach weiterhin vollen Angriff. „Ich kann nur weitermachen und alles geben, was ich habe. Vielleicht funktioniert es in Adelboden“, sagte der Ex-Slalomweltcupsieger.

Selbstkritischer Strolz

„Es ist schade, weil im zweiten Durchgang sicherlich noch viel möglich gewesen wäre“, sagte ein doch entttäuschter Johannes Strolz im Ziel. Der 33-jährige Routinier nahm dabei sich selbst in die Pflicht und machte sich mit der Aussage „dran bleiben“ selbst Mut. Der vom österreichischen Slalomtrainer Robert Füss gesetzte zweite Lauf sei zwar fordernd gewesen, aber: „Das trainieren wir auch und ich denke schon, dass dies uns eigentlich liegt.“ Am Ende durfte sich der Warther in einem sehr ausfallsreichen Torlauf doch über sein bestes Slalomergebnis freuen. Erstmals in dieser Saison klassierte er sich mit der 16. Zeit als 17. unter den Top 20. Gar nicht gut lief es Jakob Greber. Der 22-jährige Mellauer verpasste mit einem Rückstand von 2,98 Sekunden als 41. einen Top-30-Platz (+1,24) doch recht deutlich. Für Strolz und Co. geht es jetzt weiter nach Adelboden (10./11. Jänner), wo er 2022 seinen ersten und einzigen Weltcupsieg feierte.

Auch wenn es für Johannes Strolz nicht wirklich gut lief, so durfte sich der Warther als zweitbester ÖSV-Läufer doch über seine beste Platzierung in der laufenden Saison freuen.
Auch wenn es für Johannes Strolz nicht wirklich gut lief, so durfte sich der Warther als zweitbester ÖSV-Läufer doch über seine beste Platzierung in der laufenden Saison freuen.
Kam eigentlich nie richtig in den Rennmodus und schaffte auch in seinem zweiten Weltcuptorlauf nicht die Qualifikation für die Top 30, der Mellauer Jakob Greber.⇒gepa/2
Kam eigentlich nie richtig in den Rennmodus und schaffte auch in seinem zweiten Weltcuptorlauf nicht die Qualifikation für die Top 30, der Mellauer Jakob Greber.gepa/2

Ski alpin

Madonna di Campiglio

Slalom Männer

 1. Clement Noel (FRA)1:43,05

 2. Eduard Hallberg (FIN)1:43,17 +0,12

 3. Paco Rassat (FRA)1:43,42 +0,37

 4. Lucas Pinheiro Braathen (BRA)1:43,45 +0,40

 5. Eirik Hystad Solberg (NOR)1:43,52 +0,47

 6. Timon Haugan (NOR)1:43,53 +0,48

   Armand Marchant (BEL)1:43,53 +0,48

 8. Atle Lie McGrath (NOR)1:43,55 +0,50

 9. Steven Amiez (FRA)1:43,59 +0,54

10. Tanguy Nef (SUI)1:43,64 +0,59

11. Loic Meillard (SUI)1:43,79 +0,74

12. Michael Matt (AUT)1:43,92 +0,87

17. Johannes Strolz (AUT/V)1:44,97 +1,92

Nicht für den 2. Durchgang qualifiziert u. a: 45. Jakob Greber (AUT/V)

Ausgeschieden im 1. Durchgang u. a.: Fabio Gstrein, Dominik Raschner, Joshua Sturm (alle AUT)

Ausgeschieden im 2. Durchgang: Manuel Feller (AUT), Daniel Yule (SUI), Benjamin Ritchie (USA), Marc Rochat (SUI), Albert Popow (BUL), Kristoffer Jakobsen (SWE), Laurie Taylor (GBR), Sam Maes (BEL), Hans Grahl-Madsen (NOR)

Slalom (5 Rennen)

 1. Timon Haugan (NOR)285 Punkte

 2. Clement Noel (FRA)282

 3. Paco Rassat (FRA)240

 4. Lucas Pinheiro Braathen (BRA)221

 5. Eduard Hallberg (FIN)194

12. Michael Matt (AUT)89

29. Johannes Strolz (AUT)36

Gesamt (17)

 1. Marco Odermatt (SUI)855

 2. Marco Schwarz (AUT)451

 3. Lucas Pinheiro Braathen (BRA)408

 4. Loic Meillard (SUI)404

 5. Timon Haugan (NOR)400

 6. Atle Lie McGrath (NOR)374

 7. Henrik Kristoffersen (NOR)351

 8. Franjo von Allmen (SUI)319

 9. Stefan Brennsteiner (AUT)305

10. Alex Vinatzer (ITA)295

11. Vincent Kriechmayr (AUT)283

38. Lukas Feurstein (AUT/V)98

52. Patrick Feurstein (AUT/V)75

78. Johannes Strolz (AUT/V)36

Mannschaft Männer (17)

 1. Schweiz2616

 2. Österreich2163

 3. Norwegen1632

Nationencup (34)

 1. Österreich4229

 2. Schweiz4224

 3. USA2629

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