„In Klagenfurt herrscht Chaos pur“

Marcel Krnjic war einer der ersten Spieler, der seinen Vertrag bei Austria Klagenfurt auflöste.
Dornbirn Seit ungefähr einem Monat weilt Marcel Krnjic wieder in seiner Heimat Dornbirn. Das letzte Spiel der Herbstsaison in der 2. Liga mit Austria Klagenfurt musste der 23-Jährige verletzungsbedingt auslassen, „deshalb bin ich schon früher ins Ländle zurückgekehrt“, so Krnjic, der damals schon eine Vorahnung bezüglich seines Arbeitgebers hatte.
Denn seit Oktober 2025 fehlten die Gehälter für die Spieler. „Zu Saisonbeginn ist eigentlich alles super gelaufen. Persönlich bin ich sofort in der Mannschaft angekommen, habe immer gespielt und wir haben guten Fußball gezeigt. Aber ab dem Zeitpunkt, an dem die Gehälter nicht mehr kamen, ging es bergab“, erinnert sich der Mittelfeldspieler, der bereits für den FC Dornbirn und SW Bregenz in der 2. Liga kickte und insgesamt auf 73 Spiele in der zweithöchsten Spielklasse Österreichs kommt.
Die Gehälter, die der Traditionsverein aus Kärnten seinen Spielern auszuzahlen hatte, „kamen eigentlich von Start weg nie pünktlich, aber über ein paar Tage Verzögerung haben wir uns nicht beschwert. Als dann aber gar nichts mehr kam, begann auch der sportliche Negativlauf. Kein Wunder, denn die Spieler hatten keine Lust mehr aufs Training“, erzählt Krnjic, der einer der ersten Kicker der Klagenfurter war, der seinen Vertrag auflöste.
Keine Hoffnung auf Rettung
Nach Rücksprache mit der VdF (Vereinigung der Fußballer) und der Younion (Gewerkschaft) stellte die Mannschaft bekanntlich ein Ultimatum an den Verein, die fehlenden Gehälter auszuzahlen. Geschehen ist bis dato nichts, daher kam es zu Vertragsaustritten mehrerer Spieler. „Die Gründe für die Auflösungen der Verträge liegen auf der Hand. Dazu fehlen ja auch noch die Punkteprämien“, erklärt VdF-Vorsitzender Gernot Baumgartner. Krnjic selbst kann zudem bestätigen, dass er von den 15 in der Herbstsaison geholten Punkten nur zwei ausbezahlt bekommen hat.
Eine Prognose, ob Klagenfurt im Frühjahr noch Teilnehmer der 2. Liga sein wird, will Krnjic nicht abgeben. „Nächste Woche ist Trainingsstart, mittlerweile steht ja auch eine Insolvenz des Clubs im Raum. Ich denke, dort kann alles passieren, an eine Rettung des Clubs glaube ich kaum“, so der Dornbirner, der aktuell vereinslos ist, sich zuletzt privat fit gehalten hat und auf ein neues Engagement im Frühjahr hofft.
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