Ein Sieg mit Ausrufezeichen

Mit einem 144-Meter-Sprung sicherte sich der Pole Dawid Kubacki überlegen den Tourneesieg in Garmisch-Partenkirchen. gepa

Mit einem 144-Meter-Sprung sicherte sich der Pole Dawid Kubacki überlegen den Tourneesieg in Garmisch-Partenkirchen. gepa

Dawid Kubacki brilliert mit Schanzenrekord, ÖSV-Adler bleiben weiter ohne Podestplatz.

Garmisch-Partenkirchen Mit 144 Metern im zweiten Durchgang stellte der Pole Dawid Kubacki nicht nur einen neuen Schanzenrekord auf, sondern triumphierte auch eindrucksvoll beim zweiten Tourstopp der Vierschanzentournee in Garmisch-Partenkirchen. Zweitplatzierter wurde der Norweger Halvor Egner Granerud. Der Schützling von Alexander Stöckl, in dieser Saison bisher der klare Weltcup-Dominator, übernahm damit von Oberstdorf-Sieger Karl Geiger auch die Tournee-Führung. Der Deutsche hielt nach schwachem ersten Durchgang (14.) den Schaden als Fünfter hinter den beiden Polen Piotr Zyla und Kamil Stoch in Grenzen.

Kubacki jubelte indes dank seines Rekordfluges über seinen fünften Weltcuperfolg, den ersten in diesem Winter nach den Corona-Turbulenzen im Lager der Polen vor Beginn der Vierschanzentournee. „Der Sieg fühlt sich super an, vor allem mit dem Schanzenrekord. Ich bin sehr froh, und auch in der Tournee bin ich wieder im Spiel“, so Kubacki, der in Oberstdorf als Titelverteidiger mit dem 15. Platz noch enttäuschte.

Wieder kein Stockerlplatz

Wenig zu feiern gab es hingegen wieder im Feld der ÖSV-Adler. Ex-Tourneesieger Kraft rutschte durch seinen verpatzten Finalsprung von der 13. Stelle noch weit zurück. „Das war leider ein schlechter Sprung. Ich kann nicht sagen, woran es gescheitert ist, es ist leider nicht aufgegangen. Alle anderen Sprünge waren gut, ich weiß nicht, wo der jetzt herkommt, das zipft mich schon an“, bedauerte Kraft den neuerlichen Absturz in Garmisch, wo der Tournee-Sieger von 2015 auch schon in den vergangenen drei Jahren arge Probleme gehabt hatte. Wie für Kraft lief es auch für die restlichen Österreicher nicht nach Wunsch. Während Daniel Huber als zweitbester ÖSV-Springer 14. wurde, setzte es für Michael Hayböck nach der Enttäuschung in Oberstdorf den nächsten Dämpfer. Der Skiflug-WM-Vierte verpasste als 34. zum wiederholten Male den zweiten Durchgang. ÖSV-Cheftrainer Andreas Widhölzl nannte die teilweise fehlende Lockerheit und zu viele Fehler als Ursachen für die durchwachsene Tournee-Halbzeitbilanz seiner Springer. „Ich hätte es mir eigentlich ein bisschen positiver erwartet. Im Wettkampf muss man am Punkt sein, da darf man sich keine Fehler erlauben, das gelingt noch nicht ganz so“, sagte Widhölzl.

Deutlich positiver kann nach einem neuerlichen Top-Ten-Rang aber Philipp Aschenwald in den Heimbewerb am Sonntag gehen. Der Zillertaler zeigte sich in Garmisch mit zwei konstanten Sprüngen in guter Verfassung, gegen die Topleute war er aber chancenlos. „Ich bin sehr zufrieden, wie die Sprünge gelaufen sind, aber trotzdem habe ich mich kurz geärgert, weil es sehr knapp ist“, sprach der Zillertaler den mit weniger als drei Punkten nicht allzu großen Rückstand auf die Podestplätze an. „Es ist nicht viel, vielleicht ist das Glück in Österreich dann auf unserer Seite“, blickte der 25-Jährige zuversichtlich voraus.

„Es fehlt nicht viel auf die Podestplätze. Vielleicht ist das Glück in Österreich bei uns.“

Skispringen 69. Vierschanzentournee 2020/21

2. Bewerb in Garmisch-Partenkirchen  

1. Dawid Kubacki (POL)  282,1 (139,0/144,0)

2. Halvor Egner Granerud (NOR)  274,9 (137,0/136,0)

3. Piotr Zyla (POL)  260,4 (129,5/137,0)

4. Kamil Stoch (POL)  260,0 (135,0/132,0)

5. Karl Geiger (GER)  259,9 (131,0/138,0)

6. Philipp Aschenwald (AUT)   257,7 (130,0/136,5)

7. Ryoyu Kobayashi (JPN)  257,2 (133,5/132,0)

Markus Eisenbichler (GER)  257,2 (137,5/134,0)

9. Johann Andre Forfang (NOR)  256,2 (128,5/139,0)

10. Andrzej Stekala (POL)  253,7 (133,5/133,0)

11. Martin Hamann (GER)   251,7 (128,5/135,5)

12. Anze Lanisek (SLO)  250,7 (138,5/135,0)

13. Peter Prevc (SLO)  249,1 (129,5/139,0)

14. Daniel Huber (AUT)  246,6 (132,0/133,0)

15. Daniel-Andre Tande (NOR)  244,4 (126,0/133,5)

21. Jan Hörl (AUT)   235,3 (126,5/130,0)

23. Thomas Lackner (AUT)  231,5 (126,5/130,0)

28. Stefan Kraft (AUT)  226,1 (132,5/124,0)

Nicht für den 2. Durchgang qualifiziert u.a.: 33. Markus Schiffner, 34. Michael Hayböck (beide AUT)

Tournee-Gesamtwertung nach dem 2. Springen

1. Halvor Egner Granerud (NOR) 555,0

2. Karl Geiger (GER) 551,0

3. Stoch  548,3

4. Kubacki  546,4

5. Eisenbichler  531,5

6. Aschenwald  530,7

7. Stekala  527,0

8. R. Kobayashi  522,4

11. Huber  512,0

13. Hörl  502,0

14. Kraft  499,7

18. Lackner  483,0

So geht es weiter bei der Vierschanzentournee  

Innsbruck

Qualifikation Heute, 13.30 Uhr

Wettkampf Sonntag, 13.30 Uhr

Bischofshofen

Qualifikation 5. Jänner, 16.30 Uhr

Wettkampf 6. Jänner, 16.45 Uhr

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