Pöstlberger sorgte für die Sensation

Der 25-Jährige holte sich zum Auftakt des Giro d’Italia das Rosa Trikot.

Olbia. Der 100. Giro d‘Italia hat mit einer rot-weiß-roten Sensation begonnen. Lukas Pöstlberger überrumpelte beim Auftakt der Italien-Rundfahrt auf Sardinien die Weltelite mit einem erfolgreichen Solofluchtversuch auf den letzten beiden Kilometern und gewann nicht nur als erster Österreicher eine Giro-Etappe, sondern schlüpfte auch als erster ÖRV-Radprofi ins Rosa Trikot des Gesamtführenden.

„Ich bin wirklich glücklich und zufrieden. Das ist natürlich der größte Sieg meiner Karriere. Es war aber auch irgendwie Zufall, um ehrlich zu sein. Wir sind eigentlich auf einen Sprint gefahren. Dann habe ich am Funk gehört, ich soll es alleine versuchen. Ich habe es probiert und es hat funktioniert – ich bin wirklich überwältigt“, sagte Pöstlberger. Dem 25-jährigen Oberösterreicher wird heute auf der zweiten Etappe die Ehre zuteil, das begehrte Führungstrikot tragen zu dürfen. „Das ist unglaublich“, stellte der auch in der Punktewertung führende Ex-Staatsmeister fest.

Den Rest überlistet

Eigentlich war beim weitestgehend flachen Auftakt über 206 km alles auf einen Massensprint hinausgelaufen, nachdem eine Ausreißergruppe im Zielort Olbia eingeholt worden war. Rund 2000 Meter vor dem Ziel ließen die unsortierten Sprintermannschaften dem antretenden Pöstlberger aber einen Vorsprung. Diesen baute der Bora-Profi auf dem Schlussstück sogar noch aus und konnte so bereits einige Meter vor dem Ziel mit dem Jubeln beginnen. Für die schnellen Stars um Caleb Ewan (Aus/Orica) und Andre Greipel (Ger/Lotto) blieb nur noch der Sprint um den zweiten Platz.

Mit einem ähnlichen Angriff im Finale hatte sich Pöstl­berger 2012 auch schon den Staatsmeistertitel gesichert. Und 2015 bei der Etappe der Österreich-Rundfahrt in Innsbruck holte er in dieser Manier seinen bis dato letzten Sieg. Nach seinem Coup auf Sardinien durfte er sich fast 86 Jahre nach Max Bulla (1931 für einen Tag bei der Tour de France) als zweiter Österreicher das Führungstrikot einer der drei großen Landesrundfahrten überstreifen. Und das gleich bei seinem Debüt in einem dreiwöchigen Rennen.

Rad

100. Giro d‘Italia

1. Etappe: Alghero – Olbia (206 km)

1. Lukas Pöstlberger (AUT) Bora 5:13:35

2. Caleb Ewan (AUS) Orica

3. Andre Greipel (GER) Lotto

4. Giacomo Nizzolo (ITA) Trek

5. Sacha Modolo (ITA) UAE

6. Kristian Sbaragli (ITA) Dimension D.

7. Jasper Stuyven (BEL) Trek

8. Ryan Gibbons (RSA) Dimension D.

9. Sam Bennett (IRL) Bora

10. Phil Bauhaus (GER) Sunweb

11. Gregor Mühlberger (AUT) Bora

32. Georg Preidler (AUT) Sunweb

36. Patrick Konrad (AUT) Bora

55. Felix Großschartner (AUT) CCC gleiche Zeit

Gesamtwertung: 1. Pöstlberger 5:13:25 Std., 2. Ewan +0:04 Min., 3. Greipel 0:06, 4. Pawel Brutt (RUS) Gazprom 0:08, 5. Nizzolo 0:10, 6. Modolo, 7. Sbaragli, 12. Mühlberger, 33. Preidler, 37. Konrad, 56. Großschartner, alle gleiche Zeit

Heute 2. Etappe

Olbia – Tortoli (221 km)

Sonntag 3. Etappe

Tortoli – Cagliari (148)

Montag Ruhetag

Dienstag 4. Etappe

Cefalu – Ätna (181/Bergankunft)

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