Vom Modedesign zur Demenzbegleiterin

Rosmarie Fink entwarf Mode für Greenpeace und WWF, nun begleitet sie Menschen mit Demenz.
Alberschwende Als ältestes von sechs Kindern des „Raupen-Sepp“ kam Rosmarie Fink in Andelsbuch zur Welt. Ihr Vater war der Erste, der dort im Straßenbau ein Raupenfahrzeug fuhr – daher der Übername. Auf dem elterlichen Hof wuchsen die Kinder naturverbunden auf. Genäht wurde zu Hause viel; im Bregenzerwald war das Textilhandwerk selbstverständlich. Der Besuch der Textilschule war für Rosmarie eine logische Konsequenz: „Neues aus Stoff zu kreieren, etwas Wertiges zu schaffen, das hat mir gefallen.“
Capo und Kindermode
Nach ihrem Abschluss mit Auszeichnung wurde die junge Wälderin „vom Fleck weg“ vom Hutunternehmen Capo als Modistin angestellt. Später entwarf sie Baby- und Kindermode, u. a. bei Hagrose, und wurde in die Schweiz abgeworben. Dort tauchte sie in die Welt der Modemessen und Prêt-à-porter-Schauen ein, studierte Trends und entwarf zahlreiche Kollektionen. „Ich arbeitete viel in Eigenregie und verantwortete ein Millionenbudget“, erinnert sie sich. Mit der Krise der Textilbranche zog Fink 1988 nach Wien. 1990 startete sie ihr Label Fink Naturdesign: Ökotextilien aus Hanf, Leinen, Wildseide, handgepflückter Baumwolle und Schafwolle. „Selbst die italienische Sängerin Etta Scollo trug meine Mode“, erzählt sie stolz.
Richtungswechsel mit Herz
Bis 2005 führte die Designerin ihr Atelier, in dem auch Modeschauen Raum fanden. Greenpeace und der WWF führten Fink-Mode in ihren Katalogen. Auch Großaufträge eines niederländischen Versandhauses stemmte das kleine Label, getragen von Rosmaries umfassendem Wissen. Als die Marktlage immer schwieriger wurde, machte die empathische Bregenzerwälderin die ehrenamtliche Begleitung dementer Personen zum Beruf und ließ sich zur Heimhilfe ausbilden. „Die Leute sind regelrecht auf mich zugegangen, als würde ich sie magisch anziehen“, erläutert sie ihre Herzensentscheidung.
Preisgekrönte „Herzraumtreffen“
Im Pflegehaus St. Katharina in Wien entwickelte Fink das „Herzraumtreffen“: interdisziplinäre Netzwerktreffen mit Fach-Inputs, Austausch und Fallbeispielen für Angehörige, Pflegende und Interessierte. Dafür erhielt das Pflegehaus 2022 den 2. Österreichischen Demenzpreis (ÖGPH). Vielfältige Ausbildungen machten Rosmarie Fink zur gefragten Lehrenden; als „Mutmacherin“ vermittelt sie praxisnah den Umgang mit Demenz mit Validation nach Naomi Feil, einer Kommunikationsmethode, die Gefühle und Wahrnehmungen anerkennt, statt zu korrigieren, und so Kontakt, Beruhigung und Orientierung erleichtert. Seit 2024 lebt Rosmarie Fink wieder in Vorarlberg. Als Beraterin für Pflegepersonal sowie An- und Zugehörige (demenz-begleiten.com/) setzt sie sich mit Einfühlungsvermögen, Humor und Validation für wertfreie Kommunikation ein, damit Menschen mit Demenz auf Augenhöhe gesehen und besser verstanden werden. Im Bildungshaus Batschuns hält sie am 11. März ein Seminar für Interessierte und plant in Folge einen Validation-Lehrgang mit international gültigem Zertifikat. „Mein Traum ist, dass Menschen besser lernen, mit Angehörigen mit Demenz umzugehen.“ AFP
Ich fand Erfüllung in der Arbeit mit alten Menschen und im Umgang mit dementen Personen.



Zur Person
Rosmarie Fink
Geboren 26.7.1958
Wohnort Alberschwende
Beruf zertifizierte VTI Validationsausbilderin und Demenzbegleiterin
Familienstand ledig
Hobbys Bewegung, Permakulturgarten, Singen (Chor), Gitarre, Klavier
Lebensmotto In echten Austausch mit Menschen gelangen
Ich fand Erfüllung in der Arbeit mit alten Menschen und im Umgang mit dementen Personen.
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