Ein Mann, der der Wirbelsäule zuhört

Isagani Röser begleitet Menschen auf dem Weg zurück in ihre Bewegungsfähigkeit.
Dornbirn Am Tisch in der Praxis sitzt ein durchtrainierter Mann. Seine Haltung und die ruhige Energie, die von ihm ausgeht, erinnern an einen Kraftsportler. Tatsächlich trainiert er im Fitnessstudio. Die Verbindung zum Sport hat einen Hintergrund: Isagani „Isi“ Röser war Profi-Leichtathlet, und da wurzelt die Idee für den späteren Job. „Wenn man immer wieder die Grenzen von Kraft und Bewegung auslotet, macht man zwangsläufig mit Physiotherapeuten Bekanntschaft. Ich habe immer Therapeuten erwischt, die mich im Fall der Fälle schnell wieder fit gemacht haben. Es hat mich interessiert, wie das gehen kann, und so habe ich mich für diesen Beruf entschieden“, sagt der Dornbirner.
Vom Leistungssport zur Therapie
Aufgewachsen ist Isi in der Nähe von Innsbruck. Sport, vor allem Leichtathletik, gehörten von Kindheit an zu seinem Leben. Nach der Matura führte deshalb sein Weg in die Sportfördergruppe des Bundesheeres. „Ich durfte als Zeitsoldat vier Jahre Sport profimäßig ausüben“, erzählt Isi. Der bescheidene 44-Jährige vergisst zu erwähnen, dass er als Leichtathletik-Talent bekannt war und einige österreichische und Tiroler Rekorde erkämpft hat. Während der Profi-Jahre in Innsbruck hatte er die Lauteracherin Doris Röser kennen- und lieben gelernt. Nachdem Isi seine Sportkarriere und Doris ihr Studium beendet hatten, entschloss sich das Paar, die gemeinsame Zukunft in Vorarlberg zu starten. Isi absolvierte die Physiotherapeuten-Ausbildung in Friedrichshafen und sammelte in verschiedenen Praxen Erfahrungen.
Gemeinsame Vision und Gründung
In einem Bregenzer Therapiezentrum arbeitete er mit Richard Kranabetter, seinem besten Kollegen seit Innsbrucker Zeiten, zusammen. „Das Interesse an Anatomie und Bewegung hat uns zu Fortbildungen in Physiotherapie, Osteopathie und Chiropraktik geführt.“ Im Ergebnis waren die Freunde begeistert, wie viel Lebensqualität Chiropraktik den Menschen zurückgeben kann. „Da wussten wir: Das möchten wir unbedingt selbst vertiefen und eine gemeinsame Praxis gründen.“ Im Unterschied zu den klassischen Physiotherapeuten, die direkt an Muskeln, Bändern und Sehnen arbeiten, schaut der Chiropraktiker auf die Ursachen im Nervensystem. Gezielte Justierungen können viel bewirken: besseren Schlaf, mehr Energie. „Die Techniken sind logisch, die Termine kurz – und die Wirkung groß,“ berichtet Isi. Nach vertiefenden Kursen kam der Moment, an dem die Idee der beiden Kollegen Gestalt annahm. Anfang 2020 starteten Isi sowie Richard und dessen Frau Virginia in Bregenz mit dem Umbau alter Räume zu einer modernen Praxis und öffneten diese im August des gleichen Jahres. „Trotz Pandemie lief es gut“, blickt der sympathische Mann zurück. Inzwischen ist die „Körpermanufaktur“ in einer modernen Praxis in Dornbirn zu finden. Zum Team gehören chiropraktische Assistentinnen, Chiropraktiker und Physiotherapeuten.
Gesundheit bewusst in der Hand
Beobachtet hat Isi im Laufe der Jahre, dass sich die Menschen immer mehr mit ihrem Körper auseinandersetzen und ihre Gesundheit mehr im Fokus haben. „Klassische Medizin kann viel reparieren – aber jeder kann selbst eine Menge tun, um gesund zu bleiben“, betont der Chiropraktiker. Was er und seine Kollegen tun, ist präzise Handarbeit: Gelenke mobilisieren, Blockaden lösen, Spannungen herausarbeiten. „Man muss nicht nur wissen, sondern ebenso fühlen, was man nicht sieht“, erklärt er. Ein Chiropraktiker muss den Blick dafür haben, wo die Ursache eines Schmerzes sitzt. „Das hat oft detektivische Züge“, sagt der 44-Jährige und lacht. Isi lächelt oft, aber sein Blick bleibt stets aufmerksam – ein Mann, der gewohnt ist, genau hinzusehen. JH
„Die Schaltzentrale ist das Nervensystem, und der Zugang dazu ist die Wirbelsäule.“



Zur Person
ISAGANI RÖSER
GEBOREN 23. März 1981 in Rum /Tirol
WOHNORT Dornbirn
FAMILIENSTAND verheiratet mit Doris, zwei Töchter (9 und 10)
BERUF Chiropraktiker und Physiotherapeut
HOBBYS Sport, Fitness, Fußball, Lesen
KONTAKT www.korpermanufaktur.at