70 Jahre und kein bisschen leise

Der Schauspieler Uwe Ochsenknecht feiert Geburtstag.
Hamburg Uwe Ochsenknecht ist längst im Pensionsalter, doch von Ruhestand ist der Schauspieler und Musiker weit entfernt. Seit Jahrzehnten reiht der Mann mit den markanten Augen und den vielen Gesichtern in Kino, Fernsehen und Theater eine Rolle an die nächste. Gleich mehrere Filme machten ihn zur deutschen Leinwandlegende – allen voran die satirische Geschlechterkomödie Männer aus dem Jahr 1985. Am heutigen Mittwoch wird Ochsenknecht 70 Jahre alt.
Auch 40 Jahre nach Männer, der Film war ein Meilenstein in den Karrieren von Regisseurin Doris Dörrie und Schauspieler Heiner Lauterbach, ist Ochsenknechts Schaffensdrang ungebrochen. Der am 7. Jänner 1956 im hessischen Biblis geborene Künstler spielt aktuell in den ARD-Serien Smeilingen und Die drei von der Müllabfuhr. Bei Kabel Eins ist er zudem in einer True-Crime-Reihe zu sehen.
Seit Jahrzehnten zählt Ochsenknecht zu den meistbeschäftigten und vielseitigsten Schauspielern Deutschlands. Vielen ist er vor allem durch seine komödiantischen Rollen in Erinnerung geblieben. Doch ins Rampenlicht rückte er erstmals in einem ganz anderen Genre: 1981 spielte er im U-Boot-Drama Das Boot von Wolfgang Petersen die Rolle des Bootsmanns Lamprecht, und wurde schlagartig bekannt.
Nach dem Durchbruch mit Männer erarbeitete sich der an der Westfälischen Schauspielschule in Bochum ausgebildete Ochsenknecht einen festen Platz im deutschen Kino. Eine Paraderolle übernahm er 1992 in der Komödie Schtonk!, die den Skandal um die gefälschten Hitler-Tagebücher des Stern satirisch aufgriff. In dem viel gelobten Film von Helmut Dietl überzeugte Ochsenknecht als Kunstfälscher Professor Knobel.
Es folgten zahlreiche Kinofilme, Fernsehproduktionen und Serien, für die Ochsenknecht mehrfach ausgezeichnet wurde. Er erhielt unter anderem den Deutschen Filmpreis in Gold für Männer, den Bambi für Schtonk!, den Bayerischen Filmpreis, den Deutschen Fernsehpreis als bester Nebendarsteller und den Hessischen Fernsehpreis. Heute lebt der Künstler in Berlin und auf Mallorca.
Mehr als Schauspiel
Auch als Rocksänger, Musicaldarsteller und Buchautor machte Ochsenknecht Schlagzeilen. 2013 veröffentlichte er seine Autobiografie „Was bisher geschah“, in der er über seine Kindheit, seinen strengen Vater und das Ende seiner Ehe mit dem früheren Model Natascha Ochsenknecht schrieb – das Paar wurde 2012 geschieden. 2017 heiratete er seine langjährige Lebensgefährtin Kirsten Viebrock. Der Vater von vier Kindern, darunter die Schauspieler Wilson Gonzales und Jimi Blue Ochsenknecht, lebt ein Leben voller Facetten. Paaren riet Ochsenknecht einmal zu einem einfachen Test, um ihre Beziehung zu prüfen: „Ich muss mir die einfache Frage stellen: Hätte ich meinen Partner, wie ich ihn jetzt behandle, auch so am Tag des Kennenlernens behandelt?“ Viele müssten das vermutlich verneinen, sagte er damals.
Das Älterwerden bereitet Ochsenknecht keine Sorgen. Auf Mallorca betreibt er eine Musikbar mit Restaurant. In einem Interview erinnerte er daran, dass er bei seiner Hochzeit mit Viebrock bereits 61 Jahre alt war. Es gehe „doch im Leben überhaupt darum, nie die Hoffnung aufzugeben“. Sonderbar finde er, wenn Menschen sagten: „Dafür bin ich zu alt.“
Den Tod blendet er dabei nicht aus: „Den Gedanken an Sterben und Tod habe ich schon länger in mein Leben integriert“, sagte er 2023 der Funke-Mediengruppe. „Sobald wir auf die Welt kommen, läuft die Uhr – bei einem kürzer, bei einem anderen länger.“