Bilanzanalyse. Die VN blicken hinter die Finanzkennzahlen der heimischen Betriebe
Bei Schneider Automobil läuft der Motor rund

Expansion und Investitionen stärken Ertrag und Bilanz.
Dornbirn Ein Blick in die aktuellen Jahresabschlüsse zeigt: Die Schneider Automobil GmbH, früher bekannt als Mercedes Schneider, blickt trotz schwieriger Rahmenbedingungen auf erfolgreiche Geschäftsjahre zurück. Schneider ist der Mercedes-Benz Partnern in Vorarlberg. Das Familienunternehmen betreibt Standorte in Dornbirn, Bludenz, Bregenz und Götzis. Seit 2024 zählt auch das ehemalige Autohaus Blum zur Gruppe, seit heuer ist das Unternehmen auch Volvo- und Polestar-Repräsentant. Rund 175 Mitarbeiter sind mittlerweile für den Betrieb tätig.
Systembedingter Umsatzrückgang
Der Umsatzverlauf der letzten Jahre ist stark vom Wechsel auf das Agenturvertriebsmodell von Mercedes-Benz geprägt. Während 2021 noch Erlöse von 111 Millionen Euro erzielt wurden, gingen die Umsätze in den Folgejahren systembedingt zurück. 2022 beliefen sich die Erlöse auf 73 Mill. Euro, 2023 auf 67 Millionen Euro. Im Geschäftsjahr 2024 kam es wieder zu einem leichten Anstieg auf 72 Millionen Euro. Der Rückgang ist allerdings nicht das Ergebnis einer schwächeren Nachfrage, sondern Folge der Umstellung: Neufahrzeuge werden seitdem nicht mehr im eigenen Bestand geführt, sondern direkt über den Hersteller vermittelt.
Ertragslage verbessert
Parallel zum Umsatzrückgang verbesserte sich die Ertragslage spürbar. Das Betriebsergebnis stieg von 2 Millionen Euro im Jahr 2020 auf rund 5 Millionen Euro im Jahr 2024. Der Jahresüberschuss erhöhte sich im selben Zeitraum auf über 4 Millionen Euro. Die operative Marge liegt mittlerweile bei rund sieben Prozent des Umsatzes und damit deutlich über dem Niveau vor der Systemumstellung. Entlastete Fahrzeugbestände, geringere Finanzierungskosten und effizientere Prozesse wirkten sich dabei positiv auf die Rentabilität aus.
Auch die Bilanzstruktur wurde in den vergangenen Jahren nachhaltig gestärkt. Das Eigenkapital erhöhte sich seit 2019 von rund 11 Millionen Euro auf 27 Millionen Euro per Ende 2024. Die Bilanzsumme stieg auf knapp 39 Millionen Euro. Mit einer Eigenkapitalquote von 73 Prozent und einem stark gesunkenen Verschuldungsgrad weist das Unternehmen eine sehr solide Finanzbasis auf.
Investitionsoffensive
Parallel dazu investierte Mercedes Schneider kräftig in die Zukunft. In den vergangenen Jahren flossen mehr als zehn Millionen Euro in Neubauten, Erweiterungen und Modernisierungen. Im November 2022 wurde das um 4.000 Quadratmeter erweiterte Firmengebäude in Dornbirn feierlich eröffnet. In den Jahren 2023 und 2024 folgten weitere umfangreiche Projekte in Dornbirn und Götzis. Ein weiterer Meilenstein war die Übernahme des Autohauses Blum, mit der die Marktposition weiter ausgebaut wurde. Seit 1. Jänner 2026 hält Schneider Automobil zudem die offizielle Vertretung der Marke Volvo in Vorarlberg und betreut auch die Schwestermarke Polestar.
Optimistisch in die Zukunft
Trotz konjunktureller Unsicherheiten blickt das Unternehmen vorsichtig optimistisch in die Zukunft. Die Integration des zusätzlichen Standorts schreitet voran, das Servicegeschäft ist gut ausgelastet. Die Nachfrage nach hochwertigen Fahrzeugen bleibe stabil, heißt es im Lagebericht. Zu den veröffentlichten Bilanzzahlen wollte sich die Geschäftsleitung nicht äußern. Im Lagebericht werden jedoch sowohl die Ertragslage als auch die Auftragslage weiterhin als positiv eingeschätzt.
Kennzahlen
UMSATZ 71,9 Millionen Euro
MITARBEITER 175
JAHRESÜBERSCHUSS 4,4 Millionen Euro
EIGENKAPITALQUOTE 70 Prozent
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