Mietwohnungen statt Eigentum

Bau- und Immobilienbranche mit moderater Erholung. Sorgenkind Luxusimmobilien.
Lauterach, Amstetten In Vorarlberg und Wien treten neue Trends am Immobilienmarkt oft früher auf als in den anderen Bundesländern. Das zeigt sich wieder im Zukunftsindex des Immobiliennetzwerkes von Remax, der am Mittwoch vorgestellt wurde. Der regional kleine Markt in Vorarlberg mit vielen Besonderheiten wie Platzmangel, starkem Bauträgerwesen und einer exportorientierten Wirtschaft reagiert sehr sensibel und volatil auf Veränderungen der Wirtschaftslage und ist damit besonders interessant für Prognosen, heißt es seitens des österreichweit tätigen Immobilienunternehmens, das für die Studie auf die Erfahrung von 650 Immobilienspezialisten zurückgreift.
Mehr Nachfrage
Generell soll die Nachfrage nach Immobilien in Vorarlberg um drei Prozent ansteigen und ist damit etwas gedämpfter als noch für 2025 vorausgesagt (+4,6 Prozent). Auch die Angebotsentwicklung bleibe positiv, mildert sich aber von plus 7,6 Prozent für 2025 auf plus 1,2 Prozent für 2026 ab. Allein beim Preis ändert sich das Vorzeichen von minus 1,5 Prozent für 2025 auf plus 2,2 Prozent für 2026.
Mietwohnungen hielten sich in der 2025er-Vorschau bei der Nachfrageentwicklung noch am besten, doch laut den Vorarlberger Remax-Experten ändert sich dies für 2026. Die Zahlen im Detail: Die Nachfrage soll in zentralen Lagen um 2,9 Prozent zulegen, am Stadtrand um 2,4 Prozent und in Gemeinden am Land um 3,3 Prozent. Gegenüber 2025 sind dies Rückgänge zwischen fünf und 2,4 Prozentpunkten. Das Angebot dazu soll laut Prognose sich sowohl in Zentrumslage als auch am Stadtrand jeweils um 2,8 Prozent erweitern und in den Landgemeinden um 2,2 Prozent. Preislich soll das bei neu abgeschlossenen, frei vereinbarten Mietverträgen zu Mietzinssteigerungen von 3,7 Prozent im Zentrum und am Stadtrand und zu 3,1 Prozent am Land führen.
Preise steigen moderat
Im neuen Jahr sehen die Experten Anstiege sowohl bei der Nachfrage als auch beim Preis für Eigentumswohnungen: In zentralen Lagen soll die Nachfrage um 4,1 Prozent (2025: +4,3 Prozent) anwachsen und der Preis soll laut der Untersuchung wie schon in zentralen Lagen und am Stadtrand um 2,6 Prozent zulegen. Der Nachfragetrend nach Einfamilienhäusern bleibt in Vorarlberg mit einem Anstieg von 3,8 Prozent sehr stabil und verändert sich nur um plus 0,5 Prozentpunkte im Vergleich zur 2025er-Vorschau. Das Angebot soll um 2,8 Prozent zulegen. Die größte Veränderung findet bei der Preisentwicklung statt. Die Kaufpreise werden heuer voraussichtlich um 2,6 Prozent steigen.
Luxusimmobilien schwächeln
2026 gibt es laut Prognose eine Trendumkehr bei der Nachfrage nach Baugrundstücken. Das Angebot soll weiterhin größer werden, aber mit 2,2 Prozent weniger nennenswert als 2025 oder 2024 (+10,1 bzw. +10,0 Prozent). „Die Nachfrage in Vorarlberg zieht in nahezu allen Segmenten an“, erklärt Philipp Feurstein von Remax Immowest – Vorarlberg. Besonders stark gefragt seien weiterhin Mietwohnungen, aber auch der Wunsch nach Eigentum nehme wieder zu. Überraschend schwach präsentiere sich im Land hingegen das Luxussegment – „nationale und internationale Unsicherheiten dämpfen hier deutlich“, erklärt Feurstein. Während das Gesamtangebot aktuell sinke, wachse es im oberen Preissegment an. „Bei gebrauchten Wohnungen steigt die Preiskurve wieder leicht, Einfamilienhäuser und Grundstücke bleiben stabil.“
„Die Bautätigkeit im westlichsten Bundesland nimmt wieder zu – vorrangig bei gemeinnützigen Bauträgern, aber auch im privat finanzierten Wohnbau.“
„Erfreulich ist auch die Entwicklung bei Gewerbeimmobilien, jedoch sind regionale Unterschiede auf der Nachfrageseite deutlich spürbar“, so Feurstein.
