Gute Auftragslage im Bau

von Hanna Reiner
Kommt es zum Streit, kann die Schlichtungsstelle helfen. Foto: WKV
Kommt es zum Streit, kann die Schlichtungsstelle helfen. Foto: WKV

Baubranche erwartet heuer wegen Investitionen von Wirtschaft und Land Umsatzplus.

Feldkirch. (VN-reh) Die Vorarlberger Bauwirtschaft hat sich heuer besser entwickelt als zunächst erwartet. „Wir sind skeptisch ins Jahr gestartet und stellen jetzt eine zufriedenstellende Auslastung fest“, betont Innungsmeister Franz Drexel. Betrug der Umsatz der Branche 2011 440 Millionen Euro, liege man heuer bereits darüber. Bis Ende des Jahres dürfte nach Schätzungen von Thomas Peter, Geschäftsführer in der Wirtschaftskammer, ein Umsatzplus von vier Prozent herausschauen.

„Dass es bisher so gut lief, ist doch überraschend, weil die Rahmenparameter darauf schließen ließen, dass der Markt gesättigt ist“, so Peter. Gut entwickelt habe sich vor allem der Wohnbau, sowohl der gemeinnützige als auch der Eigentumsbau. „Der politische Druck, dass man im gemeinnützigen Wohnbau mehr tut, hat anscheinend genutzt.“

Auch der gewerbliche Bau nahm eine zufriedenstellende Entwicklung. Das liege vor allem an den großen Bauvorhaben von Industrie, Gewerbe und der öffentlichen Hand. Unternehmen wie Rauch, Ölz, Liebherr, Weiss, Zumtobel oder Collini investieren etliche Millionen in ihre Standorte. Auch Projekte wie das Montforthaus Feldkirch sowie verschiedene Bahnhöfe tragen zu gut gefüllten Auftragsbüchern bei.

Tiefbau kein Sorgenkind mehr

Der Tiefbau war im ersten Halbjahr noch Sorgenkind, allerdings gebe die Entwicklung im zweiten Halbjahr Grund zur Freude. Wichtige Vorhaben sind der Autobahnknoten Klaus und die Rheinregulierungs- und Hochwasserschutzmaßnahmen.

Herausforderung bleibe der Fachkräftebedarf. „Wir brauchen motivierte, gute Mitarbeiter. Die Hilfsarbeitertätigkeit tritt dabei immer mehr in den Hintergrund“, erklärt Thomas Peter. Um hier ­Abhilfe zu schaffen, setze man auf die Lehrlingsausbildung. Aktuell werden 220 Jugendliche ausgebildet. Man habe die höchste Lehrlingsquote in Österreich. Vor allem die dritte Ausbildungsschiene neben Betrieb und Berufsschule – das Maurerausbildungszentrum in Hohenems – leiste einen wichtigen Beitrag.

Zunehmend als Problem sehen die Bauunternehmer die überzogene Bürokratie. Neue Gesetze, Normen und Verordnungen lassen Stimmen nach einer Verwaltungsvereinfachung laut werden. „Oft braucht man für Projekte mehr Juristen als Baufachleute“, bringt es Innungsmeister Drexel auf den Punkt und nennt als drastisches Beispiel die Vorgaben für die Wohnbauförderung, die in den letzten Jahren auf 34 Seiten angewachsen seien. Er fordert daher, mehr Praktiker in die Verhandlungen miteinzubinden.

Kennzahlen

Vorarlberger Bauwirtschaft

» Umsatz 2011: 440 Millionen Euro

» Umsatzprognose 2012: + 4 %

» Mitarbeiter: 4300

» Lehrlinge: 220

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