„25 Cent pro Stück – das rentiert sich einfach“

Ein Jahr Einwegpfand in Österreich: Das System funktioniert, ist aber nicht immer bequem.
Schwarzach Seit einem Jahr gilt in Österreich das Pfandsystem auf Einweg-Getränkeflaschen und -Dosen. 25 Cent pro Gebinde sollen dafür sorgen, dass weniger Verpackungen im Müll oder in der Landschaft landen. Ein Lokalaugenschein an einem Pfandautomaten in Vorarlberg zeigt: Das System wird angenommen, aber nicht immer reibungslos.
„Einfach viel Pfand“
Simone aus Bregenz gibt regelmäßig Flaschen und Dosen am Automaten ab. „25 Cent pro Stück – das rentiert sich einfach“, sagt sie. Das System werde in Vorarlberg gut angenommen. „Es ist einfach wirklich viel Pfand, das sich die Menschen nicht entgehen lassen möchten.“ Ganz verschwunden seien Pfandflaschen aus den Mülleimern allerdings noch nicht. „Wenn es vielleicht nur eine Flasche ist und die nächste Pfandstation weiter weg, dann ist der Weg zum Mülleimer schneller“, vermutet sie. Den Spendenknopf an manchen Automaten nutze sie häufig. „Den drücke ich sehr oft, eigentlich meistens.“
Mühsames System
Ein junger Mann aus Hard bringt einen ganzen Sack voller Dosen zum Automaten. Er sammle das Pfand zu Hause und gebe es gesammelt ab. „Für die Umwelt ist das sicher eine gute Sache“, sagt er. Gleichzeitig empfinde er das System im Alltag als mühsam. „Wenn ich am See spazieren gehe und mir ein Getränk kaufe, habe ich danach fast ein Problem: Wohin mit der Dose?“ Einerseits gehe es um Geld, andererseits werfe man die Dose seit der Einführung des Pfands nicht mehr einfach weg. Technische Probleme sorgen mitunter für Frust.
Pfandparadies Baustelle
Eine junge Frau aus Bregenz berichtet, dass sie sich vor allem dann ärgere, wenn der Automat Flaschen oder Dosen zurückgebe. „Es nervt mich, wenn der Automat spinnt“, sagt sie. Zwei Handwerker nutzen den Automaten mit einem großen Sack aus dem Firmenauto. Auf Baustellen sammelten sich rasch viele Flaschen und Dosen an, sagen sie. Sobald der Sack voll sei, werde alles zurückgebracht. Positiv sehen sie vor allem, dass die Behälter nicht mehr im Restmüll landen.
Ein Jahr nach Einführung zeigt sich: Das Pfand ist im Alltag angekommen, ganz reibungslos läuft es aber nicht. VDS

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