Wie orange Säcke Jobs schaffen

von melanie fetz
1500 orangefarbene Säcke und Ballons wurden verteilt.  VN/RP

1500 orangefarbene Säcke und Ballons wurden verteilt. VN/RP

Die Vorarlberger spendeten im vergangenen Jahr wieder über 3200 Tonnen Kleidung.

Bregenz. Orangefarbene Ballons haben am Freitag das Bild der Bregenzer Innenstadt geprägt. Zudem verteilten mit orangefarbenen T-Shirts bekleidete Menschen jede Menge orangefarbene Säcke. Der Grund für die Aktion: Auf dem Programm standen diese Woche die „Orange Days“ der Caritas. Vertreter der Organisation informierten Passanten unter anderem darüber, was passiert, wenn die Säcke später in den allseits bekannten grau-gelben Kleidercontainern verschwinden.

Tonnenweise gesammelt

Dass die Vorarlberger nach wie vor ihre ausgemusterten Sachen tatkräftig spenden, belegt die Caritas-Statistik für 2016. Genau 3278 Tonnen Kleidung wurden im vergangenen Jahr von den Mitarbeitern des Caritas-Unternehmen „carla“ gesammelt. Zudem 205 Tonnen Möbel und 4,5 Tonnen Elektrogeräte. „Über die Hälfte der Kleidung ist weiter tragbar“, berichtet Karoline Mätzler, Fachbereichsleiterin für Arbeit und Qualifizierung der Caritas Vorarlberg.

Ein Viertel der Gesamtmenge gelangt durch Wiederverwertung als Rohstoff in verschiedene Industriezweige. „Etwa als Malervlies oder Dachpappe.“ Ein kleiner Teil wird zu Putzlappen. Der Rest muss entsorgt werden. Zehn Prozent als Textilmüll. Fünf Prozent landen im Restmüll.

Von der Sach- zur Geldspende

Wöchentlich werden rund 60 Tonnen Kleidung ins carla-Tex-Sortierwerk nach Hohenems gebracht. Die Hälfte wird dort von langzeitarbeitslosen Menschen sortiert und später in den carla Shops gratis an in Not geratene Menschen abgegeben oder günstig verkauft.

Die andere Hälfte der Gebrauchtkleidung wird nach genau definierten Kriterien an Abnehmer in Ost- und Südeuropa weiterverkauft. Unterstützt werden mit dem Erlös Menschen in Vorarlberg sowie Caritas-Projekte im Ausland. Beispielsweise Schul- und Brunnenbauprojekte in Äthiopien.

„Dank der Sachspenden können jährlich etwa 250 langzeitarbeitslose Menschen in den carla Shops sowie im Sortierwerk beschäftigt und auf den Arbeitsmarkt vorbereitet werden“, informiert Mätzler. Die Sammelmenge von sechs Containern bedeutet umgerechnet einen Job. Über das Land verteilt gibt es insgesamt 400 Kleider-Container.

Kleidersammlung

» 3278 Tonnen Kleider wurden im vergangenen Jahr im Land gesammelt

» 400 Kleidercontainer stehen bereit

» Mit der Gesamtsammelleistung gelingt es, jährlich knapp 12.000 Tonnen CO²-Emissionen sowie 20 Milliarden Liter Wasser einzusparen

» 82.000 Kunden wurden 2016 in den carla-Shops im Land gezählt

» carla - die sozialen Unternehmen der Caritas - beschäftigen jährlich 280 langzeitarbeitslose Menschen

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