Hinter den Kulissen.

Geld durch Schattenwähler

Wir beide sind unterschiedliche Typen, er ist Dogmatiker, ich bin Sozialarbeiter. Aber er hat mir immer blind vertraut und lässt mich tun. Das ist die Basis unserer Freundschaft. Seine Toleranz und seine Offenheit sind wohl auch auf seine Lebenserfahrung zurückzuführen: Seine Familie musste flüchten; die Ehe seiner Eltern ist gescheitert; in seinem eigenen Haus hat er einen Drogensüchtigen aufgenommen. Seine Lieblingsmesse in Wien ist die mit den Obdachlosen, da spürt man, wie ihm das Herz aufgeht. Bei einem Treffen mit ehemaligen Straßenkindern sagte er, es sei nicht entscheidend, ob du katholisch oder orthodox bist. Ja nicht einmal, ob du fromm bist. Die einzige Frage, die Jesus stelle, sei: „Was hast du dem Geringsten meiner Brüder getan?“ Zu seinem Geburtstag wünsche ich ihm, dass er wieder genussfähig sein kann, wenn er ein paar Lasten los ist. Heute ist er ein Sklave seines Kalenders, wie es sein Vorvorgänger im Amt, Kardinal Franz König, einmal formuliert hat. Pater Georg Sporschill (73)

Wir beide sind unterschiedliche Typen, er ist Dogmatiker, ich bin Sozialarbeiter. Aber er hat mir immer blind vertraut und lässt mich tun. Das ist die Basis unserer Freundschaft. Seine Toleranz und seine Offenheit sind wohl auch auf seine Lebenserfahrung zurückzuführen: Seine Familie musste flüchten; die Ehe seiner Eltern ist gescheitert; in seinem eigenen Haus hat er einen Drogensüchtigen aufgenommen. Seine Lieblingsmesse in Wien ist die mit den Obdachlosen, da spürt man, wie ihm das Herz aufgeht. Bei einem Treffen mit ehemaligen Straßenkindern sagte er, es sei nicht entscheidend, ob du katholisch oder orthodox bist. Ja nicht einmal, ob du fromm bist. Die einzige Frage, die Jesus stelle, sei: „Was hast du dem Geringsten meiner Brüder getan?“ Zu seinem Geburtstag wünsche ich ihm, dass er wieder genussfähig sein kann, wenn er ein paar Lasten los ist. Heute ist er ein Sklave seines Kalenders, wie es sein Vorvorgänger im Amt, Kardinal Franz König, einmal formuliert hat. Pater Georg Sporschill (73)

wellen. Seine Heimat ist ein kleines Dorf im rumänischen Siebenbürgen. Dort lebt der Vorarlberger Jesuitenpater Georg Sporschill (68) als Sozialarbeiter mit Roma zusammen. Das hindert ihn jedoch nicht, sich Gedanken über die Weltkirche zu machen. Und als langjähriger Freund des mittlerweile verstorb

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