„Verkehrsführung ist wahnwitzig“

von Geraldine Reiner

Raststätte Hörbranz: Grüne und Bürgerinitiative fordern eine Neuplanung. 

Bregenz, Hörbranz. (VN-ger) Mit einem „Appell an die Vernunft“ hoffen die Vorarlberger Grünen das Ruder beim Hörbranzer Raststätten-Projekt doch noch herumreißen zu können. Gemeinsam mit der Bürgerinitiative Hörbranz fordern sie eine Neuplanung der „vermurksten“ und „schlichtweg wahnwitzigen“ Verkehrsführung sowie Tankmöglichkeiten auf beiden Seiten der Autobahn. „Es ist völlig unverständlich, dass die bereits versiegelten Flächen nicht genutzt werden, stattdessen sollen zusätzlich Tausende Quadratmeter bisheriger Frei- und Grünflächen verbaut werden“, kritisiert Bernd Bösch, Verkehrs- und Wirtschaftssprecher der Grünen im Landtag.

Gegen Prinzipien

Laut Bösch widerspreche das Projekt wesentlichen Prinzipien der Vorarlberger Landespolitik. So laute etwa einer der Grundsätze im Raumplanungsgesetz, dass mit Grund und Boden haushälterisch umzugehen sei. Im Vorarlberger Verkehrskonzept sei weiters festgehalten: „Kooperation heißt aber auch, den Weg zur Bevölkerung zu suchen, wenn es etwa um konfliktreiche Verkehrsprojekte geht.“ Beides sei beim Projekt „Raststätte Hörbranz“ offensichtlich nicht interessant gewesen. Vielmehr sei man für Einzelinteressen bereit, „Flächen zu opfern und die Anrainer erhöhten Belastungen auszusetzen“, verweist der Landtagsabgeordnete auf die hohen Lärm-, Schadstoff- und Feinstaubbelastungen durch die geplanten Schleifen. 

Für Lebensqualität

Gegen das „überdimensionale Straßenlabyrinth“ rund um das ehemalige Zollamtsareal wehrt sich die Bürgerinitiative Hörbranz seit Bekanntwerden der Pläne. „Wir sind nicht gegen eine Nachnutzung des Areals, aber es sollte eine Nachnutzung sein, bei der die Anrainer nicht an Lebensqualität einbüßen müssen“, bringt es Ulrike Huchler auf den Punkt. Auch für den Grünen-Verkehrs- und Wirtschaftssprecher ist es nicht nachvollziehbar, dass die Fläche des deutschen Zollamts nicht mitgenutzt wird. „Ein Blick auf den Grundriss zeigt, dass dies sinnvoll wäre. Die ganzen Schleifen würden sich dann erübrigen“, führt Bösch aus und ist überzeugt: „In Anbetracht der Größe des Areals müsste es möglich sein, an anderer Stelle eine Ersatzfläche anzubieten.“ Folglich müsste auch der Radweg nicht an das Bachbett der Leiblach und somit ins Natura-2000-Gebiet „hineingemurkst“ werden.

Mittlerweile ist es kurz vor knapp: Am 24. April findet die gewerberechtliche Verhandlung statt. Bei einem positiven Bescheid könnte der Spatenstich laut Betreibergesellschaft noch in diesem Jahr erfolgen. Rückenwind verspüren die Grünen vom Verfassungsgerichtshof, der die Beschwerde von Landesvolksanwältin Gabriele Strele angenommen hat. Bis eine Stellungnahme vorliegt, verlangt Bösch einen Stopp für weitere Verfahrensschritte.

Artikel 2 von 15
Bitte melden Sie sich an, um den Artikel in voller Länge zu drucken.

Bitte geben Sie Ihren
Gutscheincode ein.

Der eingegebene Gutscheincode
ist nicht gültig.
Bitte versuchen Sie es erneut.
Per E-Mail teilen
Entdecken Sie die VN in Top Qualität und
testen Sie jetzt 30 Tage kostenlos.