Fallschirmspringer stürzt bewusstlos in die Tiefe

von Jörg Stadler
Der Helm des verunfallten Fallschirmspringers. Der Mann erlitt bei dem spektakulären Unfall lediglich eine schwache Gehirnerschütterung.
Fotos: Polizei
Der Helm des verunfallten Fallschirmspringers. Der Mann erlitt bei dem spektakulären Unfall lediglich eine schwache Gehirnerschütterung. Fotos: Polizei

Hohenems: 24-jähriger schlug mit Kopf gegen Flugzeug – automatisches Notfallsystem rettete ihm das Leben.

Hohenems. (VN-sta) Der Fallschirmspringer aus Klaus ist alles andere als ein blutiger Anfänger. Rund 200 Mal ist der 24-Jährige laut Polizei bereits aus dem Flugzeug gesprungen. Beim gestrigen Sprung aus 4000 Meter Höhe ging jedoch gleich zu Beginn alles schief. Der Mann schlägt mit dem Hinterkopf am Flugzeug an, wird ohnmächtig und kommt erst am Boden wieder zu Bewusstsein. „Der Fallschirmspringer hatte tausend Schutzengel. Die Notfall­automatik funktionierte und er verletzte sich nur leicht“, sagte ein Beamter der Polizeiinspektion Hohenems gegenüber den VN.

Leichte Gehirnerschütterung

Es ist kurz vor Mittag, als der 24-Jährige per Rückwärtssalto in die Tiefe springt. Dabei, so vermutet die Polizei, dürfte er die Distanz zum Flugzeug falsch eingeschätzt haben. Er schlägt mit dem Hinterkopf auf die Bodenplatte des Flugzeugs, verliert das Bewusstsein und trudelt mit knapp 200 km/h in die Tiefe. Etwa 225 Meter über dem Boden greift die Notfall­automatik und der Reserveschirm öffnet sich. Immer noch bewusstlos landet der Mann im Ried zwischen Hohenems, Lustenau und Dornbirn. Erst nach einigen Minuten kommt er zu sich.

Ein Arzt, der nach dem 24-Jährigen aus dem Flugzeug gesprungen war und das Unglück mitbekommen hatte, alarmierte die Einsatzkräfte und versorgte seinen Kollegen bis zum Eintreffen des Notarztes. Zwar habe der Mann über Schmerzen im Nacken und am Rücken geklagt, doch die Verletzungen dürften laut Polizei glücklicherweise nur leichterer Natur sein.

Auch im Landeskrankenhaus Hohenems, wo der verunglückte Fallschirmspringer seit gestern behandelt wird, bestätigte man den glimpflichen Ausgang des spektakulären Unfalls. „Dem Patienten geht es den Umständen entsprechend gut“, so die diensthabende Ärztin Angelika Häfele-Giesinger. Es sei lediglich eine leichte Gehirnerschütterung diagnostiziert worden. Nach dem traumatischen Erlebnis brauche der Mann jetzt vor allem eines, und das sei Ruhe.

In 225 Meter Höhe öffnete sich der Reserveschirm automatisch.
In 225 Meter Höhe öffnete sich der Reserveschirm automatisch.

Der Fallschirmspringer hatte tausend Schutzengel.

Polizei Hohenems

Notfallautomat

Der Öffnungsautomat misst die Höhe und Fallgeschwindigkeit des Springers und öffnet automatisch den Reservefallschirm, wenn unter einer definierten Höhe (meistens 225 m über Grund) eine definierte Sinkgeschwindigkeit überschritten wird. Frühe Öffnungsautomaten waren rein mechanische Bauteile, während heutzutage vorwiegend elektronische Varianten verwendet werden. Diese Geräte sind sehr zuverlässig und gehören mittlerweile zur Grundausstattung eines Fallschirmsystems. Teilweise sind sie auch für verschiedene Springergruppen und auf vielen Sprungplätzen vorgeschrieben.

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