Missbrauch: Zehn statt zwölf Jahre Haft

Zum VN-Bericht vom 29. Februar:

Das Leben einer jungen Frau ist zerstört! Es gibt null Erklärung dazu, welche Beweggründe für die Senkung der Haft wesentlich waren. Im Gegenteil! Es scheint hier noch besonders erwähnenswert, dass der Richter „anzumerken“ wusste, dass es dem Opfer nicht um eine Strafanzeige gegangen sei, sondern um Kindern Leid zu ersparen! Nach einer Verbüßung von zwei Drittel der Haft ist der Täter wieder frei. Wer an den langen Zeitraum der Übergriffe denkt, erkennt auch wie sehr diesem Kind bewusst Schaden zugefügt worden ist. Die „sexuell motivierten Einzelfälle“, die immer häufiger bekannt werden und veröffentlicht, lassen nicht das Gefühl aufkommen, dass hier im Sinne der Opfer berichtet, deren Leid gewürdigt und dem Recht auf deren Genugtuung entsprochen wurde. Mir bleibt das Gefühl einer unsensiblen, tätergeneigten, tendenziösen Berichterstattung. Weiters, dass sexueller Missbrauch an Kindern hierzulande häufig wie Kavaliersdelikte bewertet und abgeurteilt werden. Eine Gesellschaft, die bei solchen Delikten gerne wegsieht, unempathisch erklärt, dass eine lange Inhaftierung bei Missbrauch wenig Erfolg zeige, weil Sexualtäter nicht therapierbar seien, hat effektive Maßnahmen zu setzen, die Kinder vor solchen Übergriffen schützt! Dazu braucht es auch eine Sensibilisierung nicht im Hinblick auf den Täterschutz, sondern auf die Opfer und Wiedergutmachung. Daran haben die Medien einen wesentlichen Anteil.

Angela Tischler, Feldkirch

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