Lustenauer Moschee fängt an zu wachsen

Das Islamische Kulturzentrum nimmt von der Tiefe aus langsam Gestalt an. Der Zeitplan ist ambitioniert.
Lustenau Architekt Kemal Cansiz (31) ist zufrieden. „Die Baugruben- und Erdarbeiten, die Pilotierung, das Fundament sowie die Baumeisterarbeiten im Untergeschoss konnten erfolgreich abgeschlossen werden“, berichtet der Experte. Außer einer riesigen Baugrube war von der L 203 aus lange Zeit wenig zu sehen. Jetzt erst erschließt sich dem Auge des Betrachters allmählich eine Baustruktur am Grund des zu entstehenden Bauwerks. Bald schon wird das Objekt in die Höhe wachsen und als das erkennbar sein, als was es in mehreren Illustrationen digital dargestellt ist: als ein Ort von besonderer Architektur mit einem besonderen Zweck.
Rohbau bald fertig
Bis zum Sommer dieses Jahres soll der Rohbau abgeschlossen sein. „Um Emissionen für die Nachbarschaft möglichst rasch auf ein Minimum zu reduzieren“, betont Cansiz.
Wie viele andere Gebäude in Lustenau, so mussten auch die Verantwortlichen des islamischen Kulturzentrums mit den Herausforderungen der schlechten Bodenverhältnisse und dem Grundwasserstand kämpfen. 6000 m3 Erdmaterial wurden abgetragen. Das entspricht 600 Lkw-Fahrten. 700 m3 Beton wurden verbaut. Man habe dabei bewusst auf eine Baustellenzufahrt über die hochfrequentierte Landesstraße verzichtet und stattdessen einige Parkplätze geopfert, um so die Zufahrt über die hintere Tavernhofstraße zu ermöglichen.
Dem Baust art des islamischen Kulturzentrums samt Moschee im April 2025 waren heftige gesellschaftliche und politische Diskussionen vorausgegangen. Diese kreisten um das Fassungsvermögen, die Gestaltung und die Höhe des Turmes sowie um die Verkehrsanbindung des Bauwerks inklusive Parkraummanagement. Es kam zu mehreren Adaptierungen, ehe am Ende ein positiver Baubescheid zu Buche stand.
Zu Beginn Beschwerden
Bürgermeister Patrick Wiedl (42, ÖVP) berichtet von einer im Wesentlichen ruhigen Bauentwicklung. „Es hat am Anfang einige Anrainerbeschwerden wegen Baubelästigungen gegeben. Aber das hat sich dann gelegt. Einmal gab es Aufregung wegen einer durch die Bautätigkeit beschädigten Gasleitung. Dieser Schaden wurde von den Bauherren behoben. Ansonsten habe ich nichts gehört.“
Errichtet wird in der Reichshofstraße auf einer Fläche von 2000 m2 ein Gebäudeensemble mit Gebetsräumen in den Obergeschossen, einem großen Mehrzweckraum und Vereinsräumen im Untergeschoss, Gastronomie- und Handelsflächen im Erdgeschoss und einem 17,8 Meter hohen Turm.
Ob der ambitionierte Zeitplan mit Eröffnung des Projekts 2028 gehalten werden kann, will Architekt Kemal Cansiz nicht bestätigen. „Es wird nach Fertigstellung des Rohbaus doch noch eine ganze Weile dauern.“ vn-hk


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