Immer mehr Vorarlberger sind spielsüchtig

Beratungsstelle Clean reagiert darauf mit einem neuen, spezialisierten Gruppentherapieangebot.
Bregenz, Feldkirch, Bludenz 2025 hat die Beratungsstelle Clean der Stiftung Maria Ebene laut eigenen Angaben 68 KlientInnen im Bereich Glücksspielsucht betreut. „In absoluten Zahlen spielen damit Verhaltenssüchte im Vergleich zu den stofflichen wie Alkohol oder illegalen Drogen wie Cannabis und Kokain glücklicherweise weiterhin eine untergeordnete Rolle. Aber gerade auch bei der Glücksspielsucht ist die Diskrepanz zwischen den Betroffenen, die keine professionelle Unterstützung in Anspruch nehmen, und jenen, die bei uns Hilfe suchen, groß“, sagt Clean-Bereichsleiter David Junker.
Immer dabei
Als Gründe dafür nennt der Experte unter anderem große Scham wegen der Geldprobleme und Schulden. Zudem sei für Betroffene und Angehörige in diesem Bereich weniger klar ersichtlich, wann die Verhaltensweise pathologisch wird, da vermehrt online, vor allem am Mobiltelefon, gespielt wird und der Konsum damit standort- und situationsunabhängig ist. „Gerade das macht die Behandlung so herausfordernd, weil wir diese Geräte praktisch immer dabeihaben. Ein Verzicht auf Handy oder Computer ist heute kaum mehr denkbar bzw. oft auch unmöglich. Das bringt für unsere KlientInnen enorme Herausforderungen mit sich“, ergänzt der Bereichsleiter.
Über ein Prozent
Das Clean betreibt Standorte in Bregenz, Feldkirch und Bludenz. Als Reaktion auf den schon länger zu beobachtenden Anstieg startet die Beratungsstelle 2026 ein neues Gruppentherapieangebot für Menschen mit problematischem Glücksspielkonsum. „Österreichweit weist laut Studien mehr als ein Prozent der Bevölkerung ein problematisches Glücksspielverhalten auf. Allein in Vorarlberg sind das schätzungsweise knapp 5000 Menschen, die davon betroffen sein dürften. Und hier reden wir nicht von süchtigem Spiel- oder Medienkonsum, sondern ausschließlich von Glücksspiel“, verdeutlicht David Junker.
„Das macht die Behandlung so herausfordernd, weil wir digitale Geräte praktisch immer dabeihaben.