Neurodermitis bei Kindern

Apotheker starten österreichweite Eltern-Umfrage; Fragebögen liegen in Apotheken auf.

Hauterkrankung. Mehr als zehn Prozent der Kinder in Österreich leiden an Neurodermitis, der häufigsten chronisch entzündlichen Hauterkrankung bei Kindern. Die Zahl der Betroffenen nimmt tendenziell zu. Viele Eltern sind zunächst verunsichert, fühlen sich mit der Erkrankung allein gelassen und überfordert.

Erhebung der Bedürfnisse

Mit Hilfe der ersten österreichweiten Eltern-Umfrage zu Neurodermitis im Kleinkindesalter, welche die Österreichische Apothekerkammer mit dem Karl-Landsteiner-Institut für Kinderdermatologie durchführt, sollen nun die speziellen Bedürfnisse der Eltern von Kindern mit Neurodermitis erhoben werden. Die anonymen Fragebögen liegen ab sofort in den Apotheken auf.

„Nur so können wir erfahren, wie Ärzte und Apotheker die Betroffenen am besten unterstützen können“, begründen Apothekerkammer-Präsident Mag. Max Wellan und Primaria Dr. Beatrix Volc-Platzer, Leiterin des Karl-Landsteiner-Instituts für Kinderdermatologie. Und: „Je mehr Familien an der Umfrage teilnehmen, umso aussagekräftiger sind die Ergebnisse.“

Gezielte Hilfestellung

Neurodermitis (atopische Dermatitis) verläuft in Schüben, ist nicht ansteckend und tritt in unterschiedlichen Schweregraden oft bereits in den ersten Lebensmonaten auf. Die Kinder leiden unter zum Teil stark nässenden, zum Teil trockenen, aber fast immer stark juckenden Ekzemen, zunächst im Gesicht und am Körper, später vorzugsweise in den Ellenbeugen, den Kniekehlen sowie an Hand- und Fußgelenken. Der ständige Juckreiz, vor allem in der Nacht, stellt für die kleinen Patienten und ihre Eltern eine große Belastung dar. „Informierte Eltern können viel dazu beitragen, ihrem Kind das Leben zu erleichtern und die Symptome der Erkrankung zu lindern“, ist Beatrix Volc-Platzer überzeugt. Apotheken als Schlüsselstelle zwischen Ärzten und Familien wollen ebenfalls ihren Teil dazu beitragen, Eltern zu Neurodermitis zu informieren und sie im Umgang mit der Erkrankung zu unterstützen.

Neurodermitis-Schulungen

In Deutschland werden seit Jahren sogenannte Neurodermitis-Schulungen für Eltern angeboten, mittlerweile auch punktuell in einzelnen Krankenhäusern und von einigen Haut- und Kinderärzten in Österreich. In diesen Schulungen werden medizinische Grundkenntnisse zur Krankheit in einer für Laien verständlichen Form vermittelt, weiters werden Grundprinzipien der Behandlung und ernährungstechnische Fragen diskutiert. Das Schulungsprogramm wird von Psychologen begleitet, die unter anderem verhaltenstherapeutische Ansätze zur Kontrolle des Kratzens und für den Umgang mit der Krankheit vermitteln.

Im Rahmen der Umfrage wird ermittelt, ob und wie viele Eltern Interesse an einer Neurodermitis-Schulung hätten. Das Angebot für Neurodermitisschulungen gibt es derzeit (noch) nicht flächendeckend in Österreich. Momentan werden auch die Kosten – im Gegensatz zu Deutschland – (noch) nicht flächendeckend von den Pflichtversicherungen übernommen.

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