VN-Interview. Willy Astor (56), Kabarettist, Musiker, Komponist

„Bin ein musizierender Komödiant“

von Frank Angerer
Willy Astor bleibt mit dem Programm „Reim Time“ seinem Sprachwitz treu.   schnauss

Willy Astor bleibt mit dem Programm „Reim Time“ seinem Sprachwitz treu.   schnauss

Willy Astor bringt sein neues Programm „Reim Time“ nach Vorarlberg.

schwarzach Seine witzige Wort­akrobatik ist legendär, sein Gitarrenspiel immer wieder verzaubernd: Willy Astor, der „musizierende Komödiant“, wie er sich selbst nennt, präsentiert zu seinem 30-jährigen Bühnenjubiläum sein Programm „Reim Time“ in Rankweil. Der Künstler im VN-Interview.

 

Ihr Programm, das Sie demnächst auch in Vorarlberg präsentieren, nennt sich „Reim Time“ – bitte ein paar Worte dazu.

Astor Ein paar Worte dazu, das klingt so einfach. Ich gebe mir immer viel Mühe mit diesen Worten. Ich begebe mich quasi täglich auf die Suche nach dem Schatz im Silbensee und bin froh, dass ich mich als Forscher und Jäger des verlorenen Satzes mit meinen kreativen Aufgaben beschäftigen darf. „Reim Time“ ist die Fortsetzung des letzten Programms „Nachlachende Frohstoffe“ und bietet wie immer einen Blumenstrauß beliebter Melodien und spitzfindiger Gedichte. Ein Programm, das ich selbst geschrieben habe – ein Programm mit Humor direkt vom Erzeuger. 

Wie fallen Ihnen eigentlich die ganzen Wortkreationen ein, ergibt sich das so oder ist das harte Arbeit?

Astor Das ist zuweilen richtig harte Arbeit. Beim Frühstück fällt mir manchmal etwas ein – ein Zweizeiler zum Beispiel, auf dem ich dann aufbauen kann. Karl Valentin sagte einmal: Kunst ist schön, macht aber viel Arbeit. Im Prinzip bin ich natürlich immer im On, immer auf der Suche, die Antennen sind meistens ausgefahren.

 

Wie gehen Sie an die Entwicklung eines neues Programms heran?

Astor Ich fahre sehr gerne weg, begebe mich in Klausur und warte in Wahrheit auf einen magischen Moment, aber auch hierfür muss man erst einmal Ideen haben (lacht). Manchmal ist es so, dass ich an einem Zweizeiler oft zwei Tage sitze, weil er mir nicht wirklich gut gefällt. Und dann fällt irgendwann das Fünferl, wie wir in Bayern sagen, und dann passt es. Ich bin froh um jede neue Idee und probiere sie dann auch gleich vor Publikum aus. Ich kann aber nicht sagen, wie lange eine Entwicklung dauert.

 

Was inspiriert Sie dazu?

Astor Mich inspiriert eigentlich alles. Wie ich schon sagte, die Antennen sind immer ausgefahren.

 

Sie komponieren auch, sind ein hervorragender Gitarrist. Als was sehen Sie sich mehr – als Musiker oder Komiker?

Astor Ich bin ein musizierender Komödiant oder ein komödiantischer Musiker. Ich habe keine Vorliebe für eine meiner Arbeiten, denn ich liebe jeden Teil davon wie ein Kind. Warum sollte ich das eine oder andere lieber tun? Ich habe den schönsten Beruf der Welt! Ich bin mein eigener Herr und ich mag meine Arbeit einfach sehr gern.

Im vergangenen Jahr haben Sie zwei CDs herausgebracht – „Chance Songs“ und „The Sound of Islands-Guitar“. 

Astor „Chance Songs“ ist ein Liederalbum. Dass ich auch ernsthafte Lieder schreibe hat damit zu tun, dass ich in der Hochkonjunktur der Liedermacherei groß geworden bin – als Konstantin Wecker, Hannes Wader und Reinhard Mey noch in den dritten Radioprogrammen liefen. Es ist einfach auch eine schöne Ergänzung meiner Arbeit, das Leben und die Liebe kritisch zu betrachten und dennoch dabei den Humor nicht zu verlieren. Außerdem ersetzt das Liederschreiben auch die Zeit auf einer Therapiecouch (lacht). Bei den „Sound of Islands“ ist es im Prinzip genau dasselbe: Durch Gitarrenkompositionen Ideen und Bilder zu erzeugen, um die Leute mit auf eine Reise zu nehmen, die ich selber schon unternommen habe. Was natürlich ebenfalls eine sehr große Herausforderung ist, denn den Leuten Bilder in den Kopf zu setzen, ohne dabei Worte zu gebrauchen, das ist schon auch eine echte Challenge.

Sie stehen seit mehr als 30 Jahren auf der Bühne. Macht’s noch immer gleichviel Spaß?

Astor Selbstverständlich macht es immer noch den gleichen Spaß. Es gibt nichts Schöneres als Leute glücklich zu machen und sie zum Lachen zu bringen. 

Willy Astor: Reim Time. Freitag, 20. Juli, Open Air am Marktplatz Rankweil. Karten: Raiffeisenbank, Sparkasse, Musikladen, oeticket.com.

Zur Person

Willy Astor

Kabarettist, Musiker und Komponist

Geboren 6. September 1961

Wohnort im schönen Bayern

Hobbys Musizieren, Komponieren, Reimen

Lebensmotto Kopf hoch, auch wenn der Hals dreckig ist

Artikel 1 von 1
Bitte melden Sie sich an, um den Artikel in voller Länge zu drucken.

Bitte geben Sie Ihren
Gutscheincode ein.

Der eingegebene Gutscheincode
ist nicht gültig.
Bitte versuchen Sie es erneut.
Per E-Mail teilen
Entdecken Sie die VN in Top Qualität und
testen Sie jetzt 30 Tage kostenlos.