VN-Interview. Dirk Stermann (51), Stermann & Grissemann

„Auf der Bühne können wir uns auch austoben“

von JULIA NUSSBAUM
Dirk Stermann (l.) und Christoph Grissemann sehen auf den Fotos zu ihrem neuen Programm mitgenommen aus. Foto: Udo Leitner

Dirk Stermann (l.) und Christoph Grissemann sehen auf den Fotos zu ihrem neuen Programm mitgenommen aus. Foto: Udo Leitner

Stermann & Grissemann kommen mit ihrem neuen Programm nach Götzis.

Schwarzach. Beschimpfungen, bizarre Parodie, Polemik, Nonsense in nicht geahnter Ausdehnung – dafür ist das Duo Stermann & Grissemann bekannt. Mit „Gags, Gags, Gags!“ bringen die beiden ihre wöchentliche Late-Night-Show „Willkommen Österreich“ auf die Bühne.

Sie arbeiten beide schon seit über 25 Jahren zusammen. Was ist das Geheimnis hinter Ihrem Erfolg?

Stermann: Das ist schwer zu erklären. Wir sagen immer scherzhaft, eine so lange Beziehung kann man nur führen, wenn von Anfang an die Sexlosigkeit das erklärte Ziel ist. Wir sind beide sehr verlässliche Typen, auch füreinander. Wir wissen beide, was der andere kann, und dass er auch zum Auftritt kommen wird.

Ihr neues Programm heißt „Gags, Gags, Gags!“, wie ist das entstanden?

Stermann: Es ist schwierig, für unsere Fernsehsendung „Willkommen Österreich“ Karten zu bekommen. Also haben wir uns gedacht, es wäre sinnvoll, die Fernsehsendung auf die Bühne zu bringen. So müssen die Leute nicht extra nach Wien fahren und mühsam versuchen irgendwann mal eine Karte zu bekommen. Dann haben wir versucht, aus der Fernsehsendung so einen Ausblick zu schaffen, wie es wohl irgendwann mal auch zu Ende gehen wird.

Worum geht es in „Gags, Gags, Gags!“?

Stermann: Die Grundidee ist, unsere letzte Fernsehsendung zu spielen. Allerdings kommen die Gäste nicht, der ORF steigt dann auch aus, und am Ende sind wir alleine auf der Bühne, ohne Schreibtisch – so wie früher. Das Publikum geht aber nicht heim, sondern es schaut dem Ende zweier Entertainer zu, wie sie auf sich alleine gestellt sind.

Ist diese letzte Sendung auf ein bestimmtes Jahr ausgelegt?

Stermann: Es wären ungefähr 700 Sendungen, die wir bis dahin noch machen müssten. Es ist also relativ weit in die Zukunft gelegt. Aber das Ende kann ja in echt auch viel früher kommen, das wissen wir beide ja nicht.

Denken Sie etwa schon ans Aufhören?

Stermann: Na ja, wir machen die Fernsehsendung jetzt schon zehn Jahre. Es gibt ja mehrere Möglichkeiten: Dass irgendwann der Sender das nicht mehr möchte, dass es die Zuschauer nicht mehr möchten oder dass man es selber nicht mehr möchte. Und da müssen wir für uns den richtigen Weg finden. Ich kann mir aber auch vorstellen, die Sendung noch so lange zu machen, bis ich tot über die Kamera kippe.

Auf den Fotos zu Ihrem neuen Programm sehen Sie ganz schon verprügelt und mitgenommen aus. Woher kommt das?

Stermann: Mit dem Bild soll gezeigt werden, dass so viele Jahre in der Öffentlichkeit zu stehen Spuren hinterlässt. Gleichzeitig haben wir ja aber auch Spuren hinterlassen. So wie wir unter dem Fernsehen leiden, so leidet das Fernsehen ja auch unter uns. Wir haben vor vielen Jahren ein Buch gemacht, als wir noch gar nicht beim Fernsehen waren. Das heißt „Als wir noch nicht von Funk und Fernsehen kaputtgemacht geworden sind“, und darauf deutet das auch so ein bisschen hin.

Was liegt Ihnen mehr – live auf der Bühne zu stehen oder die Moderation der Late-Night-Show „Willkommen Österreich“?

Stermann: Das sind zwei ganz unterschiedliche Dinge. Natürlich macht mir das auf der Bühne mehr Spaß, weil man das viel besser kennt, was man da macht. Man weiß, wie der Abend abläuft, es ist ein geprobter Abend. Im Fernsehen hingegen ist jede Sendung eine Premiere, man weiß voher nicht genau, wie es werden wird. Das hat zwar seinen Reiz, aber auch seine Schwierigkeiten. Auf der Bühne hat man dafür mehr Freiheiten, man kann mehr machen als im Fernsehen – da muss man sich an gewisse Gesetzmäßigkeiten halten. Auf der Bühne
müssen wir das nicht tun,
da können wir uns austoben, so wie früher.

Wie sind Sie privat? Steckt der Komiker auch in Ihnen, wenn die Kameras aus sind und kein Publikum vor Ihnen sitzt?

Stermann: Wenn ich zum Beispiel beim Zahnarzt sitze, bin ich der gleiche Angstpatient wie jeder andere auch. Ich lasse den Komiker Gott sei Dank nicht ununterbrochen raushängen.

“Gags, Gags, Gags“ am
7. September 2017 um 20 Uhr in der Kulturbühne Ambach in Götzis

Zur Person

Dirk Stermann

ist der deutsche Teil des Duos
Stermann & Grissemann.

Geboren: 7. Dezember 1965 in Duisburg

Wohnort: seit 30 Jahren Wien

Hobbys: „Hobbys habe ich keine, denn wer Hobbys hat, hat schon verloren“

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