Wird es reichen?

von Christian Mähr
Der wasserstoffbetriebene Toyota Mirai ist Pionier einer Null-Emissions-Zukunft. Reuters

Der wasserstoffbetriebene Toyota Mirai ist Pionier einer Null-Emissions-Zukunft. Reuters

Wie man mit Sonnenwasserstoff Auto fährt.

Schwarzach Brennstoffzellenautos erfreuen sich einer gewissen Beliebtheit bei Fachjournalisten in verschiedenen Medien, wenn auch nicht bei Autokäufern. Der Wasserstoffantrieb hat es schwer, vor allem wegen der hohen Anschaffungskosten entsprechender Gefährte. Dafür wird der Markt mit Elektrowagen und – wägelchen jeder Art und Form geflutet. Die sind auch billiger.

Mit Autofahren, wie wir es kannten, hat der E-Antrieb aber nichts zu tun. Es sei denn, man kann die manchmal stundenlangen Aufladevorgänge in eine Reise integrieren, schätzungsweise würde so eine Reise gleich lang dauern wie mit dem Bummelzug. Aber für solche Fahrten sollen wir ja sowieso den Schnellzug nehmen. Und mit Wasserstoff, wie läuft es da? Wurde auf Youtube vorgeführt: Drei Minuten, dann sind wieder fünf Kilo im 700-Bar-Tank.

Was CO2 betrifft, hat der Wasserstoff nur einen Sinn, wenn er aus erneuerbaren Quellen stammt. Aber ginge das überhaupt, sagen wir, alle österreichischen Autos mit Brennstoffzellen und Wasserstoff zu betreiben? Mit einem Kilo des Gases kommt man 100 Kilometer weit, sagt der Tester aus dem Internet, der japanische Hersteller behauptet: 130. Bleiben wir sicherheitshalber bei den 100. Die fünf Millionen Pkw würden dann bei pro Jahr 650 Millionen Kilo Wasserstoff verbrauchen

42 Milliarden Kilowattstunden

Um den mit Strom aus Wasser herzustellen, bräuchte man 42 Milliarden Kilowattstunden. Das sind 60% des Stromverbrauchs von 2018 – oder etwa der gesamte Stromverbrauch Mitte der neunziger Jahre. Das wollen wir nun rein photovoltaisch erzeugen. Bei 1100 Kilowattstunden Ausbeute und neun Quadratmeter Modulfläche pro installiertem Kilowattpeak (alles Durchschnittswerte), summiert sich die nötige Fläche auf 27400 Hektar oder 274 Quadratkilometer. Eine Wahnsinnszahl? Sie entspricht dem Bodenverbrauch von sechs Jahren, wobei bei der Photovoltaik der Boden aber nicht versiegelt werden muss – unter den Modulgerüsten könnten immer noch Kühe weiden, es wäre halt ein bisschen schattiger. 274 Quadratkilometer also. Das ist ziemlich genau der ganze Bezirk Feldkirch.

Man müsste nur 0,32% der Fläche Österreichs für diese Anlage opfern, die natürlich nicht an einem bestimmten Ort als Quadrat mit 16 Kilometer Seitenlänge gebaut würde, sondern übers ganze Land verteilt. Außerdem könnte man die für Sonnennutzung geeigneten 230 Quadratkilometer Dach- und Fassadenfläche heranziehen. Genug Platz wäre also vorhanden. Mit denselben Grundannahmen stellt sich sogar heraus, dass ein Privater den Strom für sein Wasserstoffauto mit 55 m2 Modulfläche selber erzeugen könnte! Natürlich erfordert eine Photovoltaikfläche von 274 km2 gewaltige Kosten, aber damit zu rechnen, hat keinen Zweck, weil es bei den Preisen bei so großen Stückzahlen gewaltige Rabatte gäbe. – Fazit: Es würde reichen!

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