Höchststrafe für Attentäter

Der rechtsterroristische Anschlag in Halle im Oktober 2019 sorgte weltweit für Entsetzen. Nun muss der Attentäter Stephan Balliet lebenslang hinter Gitter.  afp

Der rechtsterroristische Anschlag in Halle im Oktober 2019 sorgte weltweit für Entsetzen. Nun muss der Attentäter Stephan Balliet lebenslang hinter Gitter.  afp

Der Rechtsextremist wurde zu lebenslanger Haft verurteilt.

magdeburg Der rechtsextreme Attentäter von Halle ist vom Oberlandesgericht Naumburg zur höchstmöglichen Strafe verurteilt worden. Der 28-Jährige soll lebenslang in Haft mit anschließender Sicherungsverwahrung.

Die Richter sprachen ihn am Montag in Magdeburg des zweifachen Mordes und des versuchten Mordes in weiteren zahlreichen Fällen schuldig und stellten außerdem die besondere Schwere der Schuld fest. Damit ist eine vorzeitige Haftentlassung nach 15 Jahren so gut wie ausgeschlossen. „Das war eine abscheuliche, menschenverachtende Tat“, sagte die Vorsitzende Richterin Ursula Mertens in der mehrstündigen Urteilsbegründung.

Am 9. Oktober 2019 hatte der heute 28-jährige Deutsche Stephan Balliet versucht, am höchsten jüdischen Feiertag Jom Kippur die Synagoge von Halle zu stürmen und ein Massaker anzurichten. Er warf Brand- und Sprengsätze und schoss auf die Zugangstür, gelangte aber nicht auf das Gelände. Vor der Synagoge ermordete er dann die 40 Jahre alte Passantin Jana L. und in einem nahe gelegenen Döner-Imbiss den 20-jährigen Kevin S. Auf der anschließenden Flucht verletzte er weitere Menschen.

Es sei ein „feiger Anschlag“ gewesen, sagte Mertens. „Bei Ihnen, Herr Balliet, gab es keine menschlichen Züge mehr.“ Das Gericht stufte den Attentäter als voll schuldfähig ein. Der Sachsen-Anhalter hat die Tat gestanden. Gegen das Urteil kann Revision beim Bundesgerichtshof eingelegt werden.

Der Attentäter nahm den Urteilsspruch mit ausdruckslosem Gesicht zur Kenntnis. Er begann, sich Notizen zu machen. Emotionen zeigte er kaum, manchmal wirkte er etwas genervt. Der Zentralrat der Juden in Deutschland hat den Prozess und das Urteil gegen den Attentäter als wichtiges Zeichen gegen Antisemitismus gewürdigt.

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