„Wir gehen vom Tod Maddies aus“

Am 3. Mai 2007 ist die damals dreijährige Madeleine McCann verschwunden.  AP

Am 3. Mai 2007 ist die damals dreijährige Madeleine McCann verschwunden.  AP

Deutsche Ermittler machen der Familie von Madeleine McCann kaum Hoffnung.

Braunschweig Die Staatsanwaltschaft Braunschweig hält die vor rund 13 Jahren in Portugal verschwundene dreijährige Madeleine „Maddie“ McCann für tot. Die Ermittlungen gegen einen 43-jährigen Deutschen würden wegen Mordverdachts geführt. Daran könne man auch erkennen: „Wir gehen davon aus, dass das Mädchen tot ist“, sagte der Staatsanwalt und Sprecher der Behörde, Hans Christian Wolters, am Donnerstag vor Journalisten.

Der 43-jährige Verdächtige ist mehrfach wegen Sexualstraftaten auch an Kindern vorbestraft und ist nach dpa-Informationen in Kiel hinter Gittern. Er lebte im Zeitraum des Verschwindens an der portugiesischen Algarve. Telefonate, Bewegungsmuster und kriminelle Vergangenheit: Einiges deute darauf hin, dass er der lange gesuchte Täter sein könnte. Eine Rolle spielen zudem ein Caravan vom Typ VW T3 Westfalia mit portugiesischem Nummernschild, in dem der Mann zeitweise gewohnt haben soll, und ein Jaguar XJR 6 mit einem deutschen Kennzeichen. Am Tag nach Maddies Verschwinden sei der Jaguar auf einen neuen Halter umgemeldet worden.

Wer den Verdächtigen kennt, beschreibt ihn als merkwürdig. „Er war immer ein bisschen wütend, ist die Straße schnell hoch und runter gefahren und eines Tages, so um 2006, verschwand er ohne ein Wort“, berichtete eine Ex-Nachbarin aus Portugal dem britischen Sender Sky News. Sie half demnach beim Aufräumen der verlassenen Unterkunft. „Es war eklig“, sagte die Frau. Überall hätten kaputte Sachen herumgelegen. In einem Müllbeutel seien Perücken und seltsame Kleidungsstücke – vielleicht für Kostümierungen – gewesen.

Die Eltern von „Maddie“, Kate und Gerry McCann, hoffen endlich auf Aufklärung. „Wir werden niemals die Hoffnung aufgeben, Madeleine lebend zu finden, aber was auch immer herauskommen sollte, wir müssen es wissen, weil wir Frieden finden müssen“, teilten die Eltern mit.

<p class="caption">In diesem Haus an der Algarve lebte der Deutsche, der verdächtigt wird, für das Verschwinden der kleinen "Maddie" verantwortlich zu sein.  AP</p>

In diesem Haus an der Algarve lebte der Deutsche, der verdächtigt wird, für das Verschwinden der kleinen "Maddie" verantwortlich zu sein.  AP

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