Kairos Autofahrer kommunizieren mit Hupen als Geheimsprache

Kairo Wer im österreichischen Autoverkehr auf die Hupe drückt, meint oft: „Achtung!“ Manchmal ist auch „Geh mir aus dem Weg!“ gemeint. Wer dagegen in Kairo angehupt wird, sollte die Codes der Autofahrer kennen, um die Botschaft zu entschlüsseln. Dort gibt es Hup-Codes für Botschaften wie „Danke“ (zweimal kurz), „Ich liebe dich“ (dreimal kurz) oder auch derbe Beschimpfungen. Die Sprache ist über viele Jahre gewachsen und vor allem unter Taxifahrern und Fahrern von Kleinbussen gebräuchlich. Als Grund für die Entwicklung der Hup-Sprache vermuten einige den immer stärker zunehmenden Verkehr. Ägypten zählt inzwischen 100 Millionen Einwohner – etwa ein Fünftel davon lebt im Großraum Kairo. 

Wo auf der Welt am meisten gehupt wird, lässt sich schwer messen – wissenschaftliche Erkenntnisse gibt es kaum. Und Mexiko-Stadt oder New York leiden genauso unter verstopften Straßen wie Istanbul, Jakarta, Manila und Moskau. Einen Spitzenplatz dürften Indiens Metropolen Mumbai und Delhi belegen. In Mumbai nervte der Lärm die Polizei kürzlich offenbar so sehr, dass sie Dezibel-Messgeräte an Verkehrsknotenpunkten installierte und die Ampeln damit koppelte. Die Ampeln blieben länger rot, wenn mehr als 85 Dezibel gemessen wurde. Das übliche Hupen verstummte. Ein Video des Tests verbreitete sich rasch. Jetzt überlegen Behörden anderswo im Land, geduldige Fahrer mit ähnlichen Kampagnen zu belohnen.

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