Wale auf dem Weg in die Freiheit

Neun Orcas und 81 Belugas sind noch immer in den winzigen Becken gefangen. Ob tatsächlich alle Tiere freikommen, war zunächst noch offen.  AFP

Neun Orcas und 81 Belugas sind noch immer in den winzigen Becken gefangen. Ob tatsächlich alle Tiere freikommen, war zunächst noch offen.  AFP

Der Transport der Tiere aus russischem "Wal-Gefängsnis" dauert sechs Tage.

Moskau Die ersten der knapp hundert im Osten Russlands gefangen gehaltenen Wale sind auf dem Weg in die Freiheit. Mehrere Lkw transportierten sechs Belugas und zwei Orcas am Freitag in die Stadt Chabarowsk nahe der Grenze zu China, wo sie anschließend auf ein Schiff verladen werden sollten.

„Vor uns liegt eine Menge Arbeit, die noch nie zuvor von jemandem geleistet wurde“, teilte das Forschungsinstitut für Fischerei und Meereskunde mit. Die Tiere werden demnach bei dem sechstägigen Transport von 70 Spezialisten begleitet. Den ersten Teil der Strecke legen sie auf der Straße zurück. Laut den Experten ist das sicherer als ein Transport per Schiff, weil das „Bewegungsrisiko“ geringer sei. Die Wale sollen dort ausgesetzt werden, wo sie gefangen wurden. Nach Angaben des Instituts soll die Freilassung aller Tiere bis Oktober abgeschlossen sein. Neun Orcas und 81 Belugas befänden sich noch in der Anlage.

Tierschützer hatten im Vorjahr Alarm geschlagen, weil die Wale in viel zu kleinen Becken in einer Bucht am Japanischen Meer gehalten wurden. Die Aktivisten sprachen von einem „Wal-Gefängnis“ und befürchten, die Tiere könnten an chinesische Aquarien verkauft werden. Mittlerweile wurden mehrere Firmen, die die Anlage angemietet haben, zu Geldstrafen verurteilt. Künftig soll auch der Fang von Walen zu nichtwissenschaftlichen Zwecken verboten werden. Umweltschützer von Greenpeace begrüßten den Start der Aktion, sagten aber, es gebe noch zu viele Bedenken und Fragen. Es sei nicht bekannt, ob alle Vorbereitungen getroffen worden seien, etwa die Entwöhnung an den Menschen und ein Gesundheitscheck. Außerdem könne nach wie vor nicht ausgeschlossen werden, dass am Ende einzelne Wale „aus Profitgier“ nicht freigelassen werden.

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