Mann rast mit Auto in zwei Bushaltestellen

Die Polizisten nahmen den Verdächtigen beim alten Hafen der Mittelmeerstadt fest.  Foto: AP

Die Polizisten nahmen den Verdächtigen beim alten Hafen der Mittelmeerstadt fest.  Foto: AP

Verdächtiger von Marseille hatte laut Polizeiangaben psychische Probleme.

Marseille. Wenige Tage nach dem Anschlag von Barcelona ist ein Mann mit einem Transporter in Marseille in zwei Bushaltestellen gefahren, dabei wurde eine Frau getötet. Die französischen Ermittler sehen jedoch bislang keine Hinweise auf einen terroristischen Hintergrund. Eine weitere Person wurde verletzt, wie eine Sprecherin der nationalen französischen Polizei am Montag sagte. Die Polizei stoppte das Fahrzeug später und nahm den mutmaßlichen Täter, einen Mittdreißiger, fest.

Bislang gebe es „kein Element“, um von einer terroristischen Tat zu sprechen, sagte Staatsanwalt Xavier Tarabeux der französischen Nachrichtenagentur AFP. Bei dem Verdächtigen sei ein Schreiben im Zusammenhang mit einer psychiatrischen Klinik gefunden worden, „und wir orientieren uns eher in Richtung dieser Spur“.

Die Attacken in Marseille ereigneten sich am Montagvormittag innerhalb von etwa einer Stunde, die beiden Wartehäuschen liegen nach Angaben eines Polizeigewerkschafters mehrere Kilometer voneinander entfernt. Auf Fotos von einer der Bushaltestellen war zersplittertes Glas am Boden zu sehen. Die Polizei geht davon aus, dass es sich in beiden Fällen um dasselbe Nutzfahrzeug handelte.

Die Polizisten nahmen den Verdächtigen beim alten Hafen der Mittelmeerstadt fest. Er soll nach übereinstimmenden Medienberichten aus der Region von Grenoble stammen. Die Festnahme sei gewaltlos verlaufen, sagte David Reverdy von der Polizeigewerkschaft Alliance Police dem Sender BFMTV. Die Bushaltestellen befinden sich nach seiner Darstellung in Stadtteilen, in denen zu diesem Zeitpunkt wenig los war. Bei dem Todesopfer handelte es sich um eine Frau im Alter von etwa 40 Jahren.

Der Sender Franceinfo berichtete, der Verdächtige sei der Polizei wegen Drogenhandels, Diebstahls und Waffenbesitzes bekannt gewesen. Bei den Geheimdiensten sei er jedoch nicht auf dem Schirm gewesen.

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