Der neue Duden ist um 5000 Wörter reicher

Berlin. „Noch weiter verbreitet als Hasskriminalität: kriminelle Schreibweise.“ „Überhaupt nicht sexy: wenn Sie tindern falsch schreiben.“ Mit einer Reihe von Werbesprüchen wie diesen weist der Duden in nächster Zeit auf seine um 5000 Stichwörter erweiterte Neuauflage hin, die an diesem Mittwoch erscheint. Der Tonfall der Kampagne gibt den Kurs vor: Der Duden will weg vom Image des angestaubten Nachschlagewerks und auch Spaß an Sprache vermitteln. „Wir möchten zeigen, was man mit Sprache alles machen kann – eben nicht nur relativ dröge Wörterbücher“, sagt Redaktionsleiterin Kathrin Kunkel-Razum. Das Spektrum der neuen Wörter reicht von Selfie bis facebooken und von postfaktisch bis Fake News. Lügenpresse ist ebenso dabei wie Schmähgedicht, Urban Gardening, rumeiern, verpeilen, Undercut, Work-Life-Balance, Low Carb, Hoodie, Roadtrip, Tüddelkram (Unwichtiges), Honk (Dummkopf, Idiot) oder Ramschniveau (geringe Vertrauenswürdigkeit, etwa eines Wertpapiers).

Der Duden wächst seit Jahrzehnten. Er enthält nun 145.000 Stichwörter, die Urfassung von 1880 hatte 27.000. Weggefallen ist eine geringe Zahl eingedeutschter Schreibweisen, die sich nicht durchgesetzt haben. Statt Majonäse ist jetzt zum Beispiel nur noch Mayonnaise zulässig.

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