Pfefferspray sorgt für Sperre von Flughafen

Wegen Atembeschwerden durch Pfefferspray mussten 68 Personen von Rettungskräften medizinisch betreut werden. Foto: AFP

Wegen Atembeschwerden durch Pfefferspray mussten 68 Personen von Rettungskräften medizinisch betreut werden. Foto: AFP

„Beißender Geruch“ am Hamburger Flug­hafen: Pefferspray bringt Flugverkehr zum Erliegen.

Hamburg. Der Inhalt einer kleinen Kartusche bringt am Sonntag die Reisepläne von etwa 1500 Fluggästen in Hamburg durcheinander: Die Feuerwehr entdeckt den handelsüblichen Behälter mit Pfefferspray nach eigenen Angaben in der sogenannten Plaza. Die Klimaanlage habe der Spray verwirbelt. Schnell melden sich die ersten Menschen mit Atemwegsreizungen und Übelkeit. Die Flughafenfeuerwehr löst Alarm aus.

1500 Passagiere betroffen

120 Einsatzkräfte werden mobilisiert, der Flugverkehr unterbrochen, die Zufahrten gesperrt. „Es war ein komisch süßlicher Geruch“, sagt die zwölfjährige Ann-Kathrin, die mit ihrer Mutter eine Freundin zum Flug nach Dubai bringen wollte. „Aber beißend“, ergänzt Mutter Jasmin Feth (40). Die Wahrnehmung machten sie außerhalb des Gebäudes. Die Eingänge waren schon geschlossen, als sie mit der S-Bahn eintrafen. Nach etwa einer Stunde gibt die Feuerwehr die Terminals wieder frei, kurz darauf auch die Plaza. Hunderte Reisende strömen hinein. Als prominentester Passagier muss sich Uruguays Präsident Tabaré Ramón Vázquez Rosas gedulden, der schon in seiner Maschine sitzt. Er teilt das Schicksal von etwa 1500 Passagieren. 13 Maschinen müssen in der Luft kreisen oder warten auf dem Rollfeld.

Kein Hinweis auf Terrorlage

Die Retter untersuchen 68 Menschen, neun von ihnen kommen in Krankenhäuser. Der leitende Notarzt Stefan Oppermann ist zuversichtlich, dass auch diese Patienten schnell wieder entlassen werden. Feuerwehrsprecher Torsten Wesselly betont, dass es keinen Hinweis auf eine Terrorlage gebe. Das Versprühen von Pfefferspray komme in jüngster Zeit in Hamburg leider öfter vor, besonders an Schulen. Die Verfügbarkeit der Pfefferspray-Patronen sei mittlerweile riesig groß. Es sei jedoch mehr als ein Dumme-Jungen-Streich. Wenn der Täter vom Flughafen ermittelt werden sollte, komme eine gewaltige Kostenforderung auf ihn zu.

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