Erste Opfer nach dem Fährenunglück beerdigt

Nach der Fährenkatastrophe in Südkorea wird noch immer nach rund 190 Vermissten gesucht. Foto: AP
Nach der Fährenkatastrophe in Südkorea wird noch immer nach rund 190 Vermissten gesucht. Foto: AP

Rund 190 Personen werden noch vermisst. Weitere Crew-Mitglieder verhaftet.

Ansan. Mehr als 300 Menschen dürften bei dem Fähr­unglück in Südkorea ums Leben gekommen sein. Einige Familien der vielen toten Schüler konnten gestern in der Stadt Ansan ihre Kinder zu Grabe tragen. Andere warten noch auf den Moment der schrecklichen Gewissheit.

Rund 250 der mehr als 300 Toten und Vermissten gingen in Ansan auf eine Mittelschule und waren zu einem Ausflug auf die Insel Jeju unterwegs, als die Fähre unterging. In ihrem Heimatort wird derzeit an einem vorläufigen Denkmal für die Opfer gearbeitet. Bis gestern wurden 113 Leichen aus dem Schiff gezogen, 190 weitere Personen werden noch im Inneren des Wracks vermutet. Knapp eine Woche nach dem Unglück vor der Küste Südkoreas ist die Unglücksursache immer noch ungeklärt.

Familien harren aus

Mitarbeiter der Küstenwache trugen auch gestern weiterhin eine geborgene Leiche nach der anderen von einem Boot zu einem am Dock aufgeschlagenen Zelt auf der Insel Jindo. Dutzende Beamte sperrten die Gegend weiträumig ab.

Familien harren dort seit Tagen aus, viele hoffen längst nicht mehr auf ein Wunder, sondern wollen lediglich Gewissheit und ihre Angehörigen beisetzen.

Wut auf den Kapitän

Einige Eltern veröffentlichten eine Erklärung, in der sie für mehr Hilfe der Regierung bei den Rettungsarbeiten baten. Die Wut und Verzweiflung der Angehörigen richtet sich aber vor allem gegen den Kapitän der „Sewol“. Er wurde mit zwei weiteren Crewmitgliedern unter dem Verdacht verhaftet, fahrlässig gehandelt und die Passagiere an Bord zurückgelassen zu haben. Sechs weitere Besatzungsmitglieder wurden in den vergangenen zwei Tagen festgenommen.

Die Auto- und Personenfähre war am vergangenen Mittwoch vor der Südwestküste Südkoreas gekentert und gesunken. 174 Menschen an Bord konnten gerettet werden.

Viele Familien harren seit Tagen an der Küste aus und warten noch auf die schmerzhafte Gewissheit. foto: reuters
Viele Familien harren seit Tagen an der Küste aus und warten noch auf die schmerzhafte Gewissheit. foto: reuters
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