Fähre gekentert: Ausflug endet in Katastrophe

Vor der südkoreanischen Küste ist eine Fähre mit mehr rund 480 Menschen – darunter über 300 Schüler –  an Bord gesunken. Fast 180 Menschen wurden gerettet, mehr als 280 werden noch vermisst.  Foto: EPA
Vor der südkoreanischen Küste ist eine Fähre mit mehr rund 480 Menschen – darunter über 300 Schüler –  an Bord gesunken. Fast 180 Menschen wurden gerettet, mehr als 280 werden noch vermisst. Foto: EPA

Mehr als 300 Schüler waren an Bord. Hoffnung auf Überlebende ist gering.

seoul.  Geplant war ein fröhlicher Schulausflug auf Südkoreas beliebte Urlaubsinsel Cheju, am Ende steht eine Tragödie: Eine Fähre mit rund 460 Menschen an Bord ist gekentert, die meisten Passagiere sind Schüler. Trotz eines groß angelegten Rettungseinsatzes wurden am Mittwochabend noch immer mehr als 280 Menschen vermisst. Die Rettungskräfte rechnen kaum noch mit Überlebenden. Wegen der Wassertemperatur von zwölf Grad und der Tiefe seien die Chancen sehr gering, zitierte die Zeitung „The Korea Herald“ die Einsatzkräfte. Die Küstenwache befürchtete, dass zahlreiche Passagiere im Inneren des Schiffs eingeschlossen wurden. Die Behörden bestätigten bis zum Mittwochabend sechs Tote.

Schwierige Rettungsarbeiten

Auf dem Schiff waren mehr als 300 Schüler, die sich auf einem Ausflug befanden. Die Ursache des Unglücks vor der Südwestküste war noch unklar, möglicherweise lief es auf einen Felsen. Gerettete Passagiere erzählten von einem lauten Schlag, bevor das Schiff Schlagseite bekommen habe. Die Fähre „Sewol“ war auf dem Weg von Incheon auf die Ferieninsel Cheju in Seenot geraten.

Nachdem die Besatzung um etwa neun Uhr einen Notruf abgesetzt hatte, lief eine groß angelegte Rettungsaktion an, an der sich auch ­Fischerboote beteiligten. Starke Strömung und schlechte Sicht unter Wasser behinderten die Rettungsarbeiten. Auf Fernsehbildern ist zu sehen, wie Mitglieder einer Spezial­einheit der Marine nach dem gesunkenen Schiff tauchen.

Bislang wurden knapp 180 Insassen gerettet, etwa 50 von ihnen wurden verletzt. Mehr als 280 Menschen galten noch als vermisst. Über 100 Schiffe und Flugzeuge der Marine und Küstenwache suchten das Gebiet um die Unglücksstelle vor der Insel Chindo ab, berichtete die nationale Nachrichtenagentur Yonhap. Staatspräsidentin Park Geun Hye drängte wegen der heranbrechenden Nacht zur Eile. Sie sei „tief bestürzt“, sagte Park. Der Rundfunksender KBS berichtete unter Berufung auf einen Beamten der Küstenwache, dass das Schiff aus noch ungeklärten Gründen auf der viel befahrenen Fährstrecke möglicherweise außerhalb der normalen Route gefahren sei.

Bei den bisher bestätigten Todesopfern handelte es sich den Angaben zufolge um eine Angestellte des Schiffsbetreibers sowie zwei Schüler. Über die Identität der anderen Toten lagen zunächst keine Angaben vor. Die Schüler gehörten zu einer Ausflugsgruppe der Danwon-Oberschule aus der Seouler Vorstadt Ansan. Das Fernsehen zeigte Bilder von verzweifelten Vätern und Müttern, die sich in der Schule versammelten oder in die Häfen im Südwesten des Landes eilten.

Stichwort

Ferieninsel Cheju. Die Insel Cheju (auch Jeju) gehört als autonome Provinz zu Südkorea. Das etwa 85 Kilometer südwestlich des Festlandes gelegene subtropische Eiland hat seine sprachlichen und kulturellen Eigenarten bewahrt. Cheju ist 1800 km2 groß. Jährlich kommen 8,7 Millionen Touristen auf die grüne Insel vulkanischen Ursprungs mit schwarzen Felsformationen. Mit dem Nationalpark Hallasan, dem Berg Seongsan Ilchulbong und dem Lavahöhlensystem Geomunoreum ist die Insel mit gleich drei Sehenswürdigkeiten auf der Unesco-Weltnaturerbeliste vertreten.

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