Orkan „Xaver“ wütet im Norden von Europa

Zwei Männer halten sich am Donnerstagnachmittag auf dem überfluteten Fähranleger in Dagebüll (Schleswig-Holstein) an einem Geländer fest. Das Orkantief „Xaver“ hat den Norden mit voller Wucht erreicht. Foto: dpa
Zwei Männer halten sich am Donnerstagnachmittag auf dem überfluteten Fähranleger in Dagebüll (Schleswig-Holstein) an einem Geländer fest. Das Orkantief „Xaver“ hat den Norden mit voller Wucht erreicht. Foto: dpa

Drei Tote und zwei Vermisste; Züge, Flüge und Unterricht ausgefallen. Heute wird die stärkste Flut erwartet.

Hamburg. Der Orkan „Xaver“ hat am Donnerstag das Leben von Millionen Menschen im Norden Europas beeinträchtigt. Mit Böen, Sturmfluten und Schnee im Gefolge brach er auch über Deutschland herein. Bisher gab es drei Tote: Zwei Menschen kamen in Großbritannien ums Leben, eine Frau starb in Dänemark. Vor Südschweden werden zwei Seeleute vermisst. In Hamburg warnten die Behörden vor einer „sehr schweren Sturmflut“.

In Schottland, wo das Unwetter bereits am Mittag wütete, wurde ein Lastwagenfahrer getötet, als sein Wagen umkippte. Ein weiterer Mann starb in einem Park in der Grafschaft Nottinghamshire in der Mitte Englands, nachdem ein Baum auf ihn gefallen war.

100.000 Häuser ohne Strom

In Schottland waren am Nachmittag etwa 100.000 Häuser ohne Strom. Sturm und Regen zogen weiter Richtung Südengland. Tausenden Menschen in Küstenregionen in Norfolk, Suffolk and Essex rieten die Behörden, ihre Häuser wegen möglicher Sturmfluten zu verlassen. In Dänemark starb eine 72 Jahre alte Frau. Sie sei Beifahrerin in einem Van gewesen, den der heftige Wind am Donnerstag von einer Strasse bei Holstebro in Jütland geblasen habe, berichtete die Nachrichtenagentur Ritzau. Darauf sei der Wagen mit der Seniorin und ihrem Sohn umgestürzt. Noch im Rettungswagen auf dem Weg ins Spital sei sie gestorben.

Bei stürmischer See sind vor Südschweden zwei Männer über Bord eines Schiffes gegangen und seitdem vermisst. Sie waren auf einem niederländischen Frachter vor Ystad unterwegs, als das Unglück passierte. Trotz einer groß angelegten Suche blieben die beiden bislang verschwunden.

Große Teile des Verkehrs in der südschwedischen Region Schonen und in Dänemark standen am Donnerstag still. Züge fuhren dort gar nicht mehr, die großen Brücken – darunter die Öresund-Brücke, die das Land mit Schweden verbindet – waren für den Verkehr gesperrt. Im dänischen Fredericia saßen wegen einer geschlossenen Brücke rund 400 Zugreisende fest.

„Xaver“ gilt als einer der schwersten Stürme seit Jahrzehnten. Das Orkantief erreichte am Donnerstagmittag die deutsche Nordseeküste und wütete zunächst mit Böen von um die 140 Kilometern pro Stunde. „Land unter“ meldeten die nordfriesischen Halligen schon am frühen Nachmittag.

Heute ist schulfrei

Am Hamburger Flughafen wurden Dutzende Verbindungen gestrichen, vor allem inländische, bevor der Betrieb am späten Nachmittag eingestellt wurde. Heute soll es im gesamten Bundesland Schleswig-Holstein keinen Unterricht geben, ebenso wie an den staatlichen Schulen von Mecklenburg-Vorpommern.

Die belgische Küstengemeinde Bredene brachte wegen der Warnung vor dem schweren Sturm knapp 2100 Einwohner vorsorglich in Sicherheit. Die Region Flandern verstärkte angesichts des erwarteten heftigen Windes an der Küste die Sicherheitsmaßnahmen.

Schleppen von Sandsäcken war auch auf Sylt angesagt.
Schleppen von Sandsäcken war auch auf Sylt angesagt.
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