Lebenslang für Adelsmayr

Eugen Adelsmayr wird beschuldigt, den Tod eines Patienten herbeigeführt zu haben, „obwohl ich zu dieser Zeit gar nicht mehr im Dienst war“.
Eugen Adelsmayr wird beschuldigt, den Tod eines Patienten herbeigeführt zu haben, „obwohl ich zu dieser Zeit gar nicht mehr im Dienst war“.

Hartes Urteil in Dubai – der oberösterreichische Arzt (53) spricht von einer Farce.

Dubai, Linz. Hartes, für den betroffenen österreichischen Arzt Eugen Adelsmayr unverständliches Urteil eines Gerichts in Dubai: Der 53-jährige Anästhesist und Intensivmediziner wurde am Sonntag in einem Mordprozess in Abwesenheit zu lebenslanger Haft verurteilt. Sein Mitangeklagter, ein indischer Arzt, wurde freigesprochen. Dies teilte Adelsmayr mit.

Unterlassung der Hilfeleistung

Dem Intensivmediziner und seinem Mitangeklagten war vorgeworfen worden, im Jänner 2009 im Rashid-Hospital in Dubai bei einem Patienten mit hoher Querschnittläsion durch Unterlassung der Hilfeleistung sowie Morphin dessen Tod herbeigeführt zu haben. Nach einem Prozess am Dubai Court, der im April 2009 begonnen und in dem die Staatsanwaltschaft von Beginn an die Todesstrafe verlangt hatte, folgte nun, am 20. Verhandlungstermin, der Spruch des Gerichts.

Adelsmayr (53) war nach einem diplomatischen Tauziehen zunächst ab September 2011 zeitweise aus Dubai ausgereist, seit Ende Dezember letzten Jahres lebt er wieder dauerhaft in Österreich. Am Sonntag kommentierte der Oberösterreicher, der mittlerweile an einer Salzburger Privatklinik arbeitet, den Gerichtsspruch so: „Das Urteil ist natürlich eine sehr schwere Belastung, so eine Farce. Begründbar ist es nicht. Es fällt mir schwer, das Urteil vernünftig zu kommentieren.“ Das Gericht sei ausschließlich einem nachweislich gefälschten Gutachten gefolgt, hätte entlastende Gutachten nicht berücksichtigt. Im Endeffekt bedeute das Urteil, so der Arzt: „Man hat den Ausführenden freigesprochen und mich als Anstifter zu lebenslänglich verurteilt. (…) Dabei war ich nachweislich ab zwei Tage vor dem Tod des Patienten gar nicht mehr im Dienst in dem Spital.“ Das Gericht in Dubai hätte offenbar seinen indischen Kollegen „elegant aus dem Spiel“ genommen, die Verfahren entkoppelt.

Während des langen Prozesses, zum Teil in Dubai unter dem Damoklesschwert einer möglichen Todesstrafe, hatte der österreichische Arzt auch eine persönliche Tragödie erlebt. Im Jänner dieses Jahres starb seine Frau an einem Krebsleiden. Adelsmayr hat über seine Erlebnisse auch ein Buch geschrieben: „Von einem, der auszog“. Der Arzt am Sonntag: „Dieses Buch ist eine nicht zu unterschätzende Waffe.“ Für die nächsten Ausgaben werde er, Adelsmayr, noch zusätzliches Material zu der Affäre hinzufügen. Auch eine Übersetzung sei geplant.

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