Ein Ritter auf dem Arbeitsamt

Sir Lewis Hamilton, Rekord-Weltmeister der Formel 1, ist seit dem 1. Jänner arbeitslos.

London Den Adelstitel hat er in der Tasche, den Arbeitsvertrag ist er erst mal los. Und so vertrieb sich Sir Lewis Hamilton zum Jahreswechsel die Zeit mit den Kindern seiner Schwester. „Die Liebe, die ich als Onkel erfahren durfte, ist so speziell und so tief“, schrieb er zu einem Foto mit den Kids in den sozialen Medien. Er sei so stolz darauf, der Onkel „dieser beiden wunderschönen Engel“ zu sein.

Wunsch als Vorsatz

Im Moment hat der Rekord-Weltmeister der Formel 1, dem Königin Elizabeth II zu Neujahr den Adelstitel „Sir“ verlieh, ja auch reichlich Zeit für die Engel. Seit dem 1. Jänner ist Hamilton nämlich arbeitslos, sein Vertrag mit Dauer-Weltmeister Mercedes endete am Silvestertag. „Gerne noch vor Weihnachten“ hätte der Rennfahrer Lewis Hamilton seinen auslaufenden Vertrag bei Mercedes verlängert – nun nimmt Sir Lewis Hamilton diesen Wunsch als Vorsatz mit ins neue Jahr.

Dass der Engländer mit den Silberpfeilen seine nimmermüde Jagd nach Erfolgen fortsetzt, bezweifelt eigentlich niemand. „Wir wollen beide miteinander weitermachen“, sagte Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff unlängst, auch er bleibt dem Team ja erhalten: „Mercedes will Lewis im Auto haben, er ist der beste Fahrer seiner Generation. Lewis wird immer im besten Auto sitzen wollen, das ist der Mercedes.“

Und außerdem darf man vermutlich voraussetzen, dass Hamilton den achten WM-Titel, mit dem er alleine vor Michael Schumacher an der Spitze des ewigen Rankings thronen würde, auf jeden Fall mitnehmen will. Zumal dieser Titel in der Saison 2021 für ihn praktisch auf dem Präsentierteller liegt: Das technische Reglement bleibt noch ein Jahr bestehen, zudem hätte er in Valtteri Bottas weiterhin einen Teamkollegen, dem er in allen Bereichen deutlich überlegen ist.

Es ist also wohl eher eine Zeitfrage. Die Corona-Saison der Formel 1 erstreckte sich bis Mitte Dezember, „danach sind wir alle gereist“, sagte Hamilton, und wenig später folgten ja schon die Feiertage. Die sind allerdings jetzt vorbei, und bis zu den ersten Testfahrten, die vermutlich wie immer in der zweiten Februar-Hälfte angesetzt werden, ist ja auch nicht mehr so furchtbar viel Zeit.

„Ich plane, hier zu sein“

Und was wäre denn eigentlich, wenn Hamilton es sich gegen alle Erwartungen doch noch anders überlegen und der Formel 1 den Rücken kehren würde? Der beste Fahrer seiner Zeit ist längst auch Modedesigner, Influencer und Aktivist, und wenn er sich für eine Sache engagiert, dann tut Hamilton das bekanntlich mit Haut und Haaren. Aber nein, das wird bestimmt nicht passieren. „Ich plane, hier zu sein, ich möchte hier sein“, sagte er im Dezember in Abu Dhabi: „Ich denke, wir haben als Team noch mehr gemeinsam zu erledigen und zu erreichen, sowohl im Sport als auch außerhalb des Sports.“

Toto Wolff findet jedenfalls, dass „wir einander brauchen“. Und wenn Sir Lewis das auch findet – wovon wie gesagt auszugehen ist – müssen Nichten und Neffen bei ihren Ritterspielen zumindest in diesem Jahr wohl doch noch öfter auf den berühmten Onkel verzichten.

<p class="caption">Jahreswechsel mit den Kindern seiner Schwester, Lewis Hamilton findet Gefallen am Familienleben. LH</p>

Jahreswechsel mit den Kindern seiner Schwester, Lewis Hamilton findet Gefallen am Familienleben. LH

„Lewis wird immer im besten Auto sitzen wollen, das ist im Moment der Mercedes.“

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