Altachs Kreativabteilung im Winterschlaf

von Christian Adam
Die Protagonisten der Partie: Altachs Bester Martin Kobras bei seiner Rettungsaktion vor der Pause gegen Rajko Rep. gepa

Die Protagonisten der Partie: Altachs Bester Martin Kobras bei seiner Rettungsaktion vor der Pause gegen Rajko Rep. gepa

Torhüter Kobras allein war einmal mehr zu wenig gegen Hartberg.

Hartberg Wenig inspirierend, eher frustrierend und teilweise deprimierend – damit lässt sich der letzte Auftritt des Cashpoint SCR Altach im Jahr 2020 kurz zusammenfassen. Der „Sternspritzer“ nach dem 4:1-Erfolg in Ried war schon eine Woche später rasch abgebrannt, die Mannschaft präsentierte sich in Hartberg im Winterschlaf. Zehn Minuten beherzte Offensive, fünf zu Beginn der Partie und fünf am Ende, waren selbst gegen eine sichtlich verunsicherte Elf aus der Oststeiermark zu wenig. Altach bleibt damit in Auswärtsspielen ein gern gesehener Gast, denn dem Sieg in Ried stehen fünf Niederlagen im Herbst gegenüber. Auch die Jahresbilanz ist trotz der guten Erinnerungen an das Play-off in puncto Zahlen eher nüchtern: Gerade einmal sechs von 26 Spielen 2020 wurden gewonnen, gleich elf Mal verließen die Rheindörfler den Platz als Verlierer. So wenige Siege gab es bislang nur im Jahr 2018 – und damals bei 34 Liga-Partien.

Dem Gegner zur Stärke verholfen

In Hartberg nahm nach fünf Minuten alles seinen gewohnten Lauf. Zuvor, nach 92 Spielsekunden, vergab Daniel Nussbaumer nach herrlichem Lochpass von Emir Karic die große Chance auf den Führungstreffer, als er vor Torhüter Rene Swete den Ball am langen Pfosten vorbeischoss. Nach einer weiteren guten Aktion von Nussbaumer, Kopfball nach Wiss-Flankenball in die Hände von Swete, war die SCRA-Offensive eingestellt. Und da waren gerade einmal 231 Sekunden im Spiel vorbei. Dass die Elf von Alex Pastoor in weiterer Folge doch recht couragiert hoch verteidigte und den Gegner zu Fehlern zwingen wollte, war zwar erkennbar, viel heftiger aber wirkten sich die Abspielfehler in der eigenen Spielentwicklung aus. Und so entwickelten sich kaum Spielzüge über mehrere Stationen, von weiteren Torchancen gar nicht zu reden. Vielmehr gewann Hartberg mehr und mehr Selbstvertrauen – und damit rückte einmal mehr Altachs Torhüter Martin Kobras in den Mittelpunkt. Etwa Sekunden vor dem Halbzeitpfiff, als er in extremis gegen Rajko Rep parierte und die Null zur Pause verteidigte. Dem vorangegangen waren ein schrecklicher Abspielfehler von Samuel Oum Gouet und ein stümperhaftes Abwehrverhalten von David Bumberger nach einer Kopfball-Vorlage von Rep-Mitspieler Dario Tadic.

Vieles läuft schief

Die zweite Halbzeit passt aus Sicht der Altacher ins Bild der Geschehnisse der abgelaufenen Herbstsaison. Gerade einmal 75 Sekunden waren gespielt, da scheiterte Aljaz Casar, der für den verletzt in der Kabine gebliebenen Alain Wiss in die Mannschaft kam, mit seinem Abschluss. Danach war nur mehr Hartberg am Zug. Und so musste Kobras nach 63 Minuten gegen Jürgen Heil gleich im „Doppelpack“ retten, weil die Steirer nach einem Fehlpass von Mario Stefel schnell nach vorne spielten. Weitere 20 Minuten später war Kobras ohne Abwehrmöglichkeit, weil der eingewechselte Nosa Iyobosa Edokpolor amateurhaft gegen Sascha Horvath verteidigte, Letzter zur Mitte passte und dort Rep von Bumberger nicht gestört wurde und der 30-jährige Slowene die Situation für den „Goldschuss“ nutzte.

Schließlich musste Altach noch die Kröte schlucken, dass der schwache Unparteiische Oliver Drachta – lag bei vielen Fouls gegen Altach falsch – einen SCRA-Konter über Daniel Maderner auf Marco Meilinger (90./+ 5) fälschlicherweise wegen Abseits unterband und zuvor Chinedu Obasi nach einem Flankenball von Thurnwald mit seiner Direktabnahme nur den Außenpfosten rasiert hatte.

<p class="caption">Einen schmerzhaften Herbst erlebte Altach und so passt der Schmerzensschrei des nahe bei Hartberg aufgewachsenen SCRA-Spielers Manfred Fischer bestens ins Bild. gepa</p>

Einen schmerzhaften Herbst erlebte Altach und so passt der Schmerzensschrei des nahe bei Hartberg aufgewachsenen SCRA-Spielers Manfred Fischer bestens ins Bild. gepa

Die Zahlen zum Spiel

SV Ried Cashpoint SCR Altach

12 Schüsse gesamt 5

 4 Schüsse auf das Tor 2

46,2 % Ballbesitz 53,8 %

 5 Eckbälle 0

16 Flanken (aus dem Spiel) 20

50 % Zweikampfquote 50 %

 4 Abseits 3

62,5 % Passquote 68,5 %

14 Fouls 13

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