„Endlich Punkte, das tut brutal gut“

von Heimo Kofler
Saubere Fahrten in beiden Durchgängen, Magnus Walch empfahl sich mit einem 21. Platz in Santa Caterina für weitere Einsätze im Weltcup.  

Saubere Fahrten in beiden Durchgängen, Magnus Walch empfahl sich mit einem 21. Platz in Santa Caterina für weitere Einsätze im Weltcup.  

Magnus Walch fährt mit Platz 21 in Santa Caterina zum vierten Mal in seiner Karriere zu Weltcuppunkten.

Santa Caterina Die Hangbesichtigung verpasste er, den zweiten Durchgang im ersten der beiden Weltcup-Riesentorläufe in Santa Caterina ebenfalls. Erst gut 24 Stunden vor dem Rennen erfuhr Mag­nus Walch von ÖSV-Cheftrainer Andreas Puelacher, dass er zum 20. Mal für einen Einsatz in der Ski-Königklasse vorgesehen war. Umso höher ist der Erfolg des Lechers, der mit der Startnummer 43 im ersten Lauf des zweiten Riesen auf den 21. Platz gefahren war, einzuschätzen. „Ich bin wirklich zufrieden. Endlich wieder einmal Punkte im Weltcup, das tut brutal gut.“ Vorher standen in 20 Weltcup-Riesentorläufen dreimal Resultate unter den Top 30, das letzte Mal im März 2019 mit Rang 28 in Kranjska Gora.

Sehr gute Teilzeiten

„Es war keine außergewöhnliche Leistung. Aber wieder einmal solides, fehlerfreies Skifahren. Es taugt mir, dass es geklappt hat“, freute sich der 28-Jährige. „Ich bin mit dem ersten Lauf wirklich happy, im zweiten war es eng von den Zeitabständen her. Ich wollte aber nicht taktieren, um Punkte zu holen. Ziel war es, Gas zu geben und einen Schritt nach vorne machen.“ Was ihm gelungen ist: Teilzeiten brachten ihn auf den dritten, vierten, fünften Platz und im zweiten Durchgang das achtschnellste Laufresultat. „Im letzten Teilabschnitt ist es leider nicht ganz so gut gelungen, wie ich es mir bei der Besichtigung vorgenommen habe. Aber bis zur letzten Zwischenzeit war der Lauf lässig.“ Der Rückstand hielt sich mit 1,80 Sekunden ebenfalls in Grenzen. „Zeitlich bin ich wirklich zufrieden. Im ersten Lauf hab‘ ich es mit der Nummer 43 ins Finale geschafft, im zweiten nur ganz wenig dazu bekommen.“

Beim ÖSV-Trainerstab zählte Walch zu den wenigen Läufern, die mit Lob nach Hause fahren durften. „Der Skiverband kennt meine Geschichte, wie ich mich selber vorbereite, alles selber finanziere, darum wissen sie es auch wertzuschätzen.“

Walch, der Alexis Pinturault als sein Vorbild nennt, wird sich nach einem kurzen Heimaturlaub am Arlberg weiter mit dem Global Racing Team auf die Rennen in Alta Badia kurz vor Weihnachten vorbereiten. „Wir trainieren in Pozza di Fassa. Ich arbeite das dritte Jahr mit Global Racing, das ist ein lässiges Team. Die Trainer machen einen guten Job, die Atmosphäre passt. Man hat auch gesehen, dass etwas weitergeht. In Santa Caterina haben sich drei unserer Läufer (Anm.: 24. Stefano Baruffali, 26. Maarten Meiners) für den zweiten Lauf qualifiziert.“ Daneben betreut Chefcoach Paul Epstein in seiner achtköpfigen Ski-Equipe auch Sam Maes, der in Sölden in die Punkte fuhr, oder den Liechtensteiner Jan Gut. „Es hat sich gezeigt, dass wir gut skifahren“, sagt Walch, der in dieser Saison erstmals auf die Ski von Völkl setzt.

Im gewohnten Umfeld

Der ÖSV gesteht dem gebürtigen Feldkircher den Privatstatus auch im Weltcup zu. „Ich kann beim Skiverband alle Möglichkeiten nutzen, das weiß ich sehr zu schätzen. Für Chefcoach Andreas Puelacher ist es wichtig, das ich schnell Ski fahre, am Renntag nicht alles ändern muss.“ Walch kann im gewohnten Umfeld arbeiten, die Epstein-Trainer stehen von der Besichtigung bis zur Besprechung nach dem Rennen mit Rat und Tat zur Seite.

Beim Europacup in Zinal heute wird Walch nicht am Start stehen. „Puelacher hat sich entscheiden, ein junges Team an den Start zu schicken“, erklärt der Läufer vom SC Arlberg. „Er will, dass ich im Weltcup erfolgreich bin. Am Samstag steht noch die österreichische Meisterschaft auf dem Programm. Die werde ich als Renntraining mitnehmen.“

<p class="caption">Saubere Fahrten in beiden Durchgängen, Magnus Walch empfahl sich mit einem 21. Platz in Santa Caterina für weitere Einsätze im Weltcup.  </p>

Saubere Fahrten in beiden Durchgängen, Magnus Walch empfahl sich mit einem 21. Platz in Santa Caterina für weitere Einsätze im Weltcup.  

„Ich wollte nicht taktieren, um Punkte zu holen. Ich hab im zweiten Lauf Gas gegeben.“

Ski-Weltcup

2. Herren-Riesentorlauf Santa Caterina

1. Marco Odermatt (SUI)   2:08,421:04,03 1:04,39

2. Tommy Ford (USA)  2:09,15 +0,73 1:04,46 1:04,69

3. Filip Zubcic (CRO)  2:09,17 +0,75 1:05,28 1:03,89

4. Loic Meillard (SUI)   2:09,20 +0,78 1:04,79 1:04,41

5. Alexis Pinturault (FRA)  2:09,24 +0,82 1:04,27 1:04,97

6. Luca de Aliprandini (ITA)  2:09,28 +0,86 1:04,96 1:04,32

7. Leif Kristian Nestvold-Haugen (NOR)  2:09,33 +0,91 1:04,22 1:05,11

8. Adam Zampa (SVK)  2:09,43 +1,01 1:04,86 1:04,57

9. Alexander Schmid (GER)  2:09,51 +1,09 1:04,88 1:04,63

10. Erik Read (CAN)  2:09,55 +1,13 1:05,17 1:04,38

11. Atle Lie McGrath (NOR)  2:09,66 +1,24 1:05,69 1:03,97

12. Henrik Kristoffersen (NOR)   2:09,73 +1,31 1:04,63 1:05,10

13. Lucas Braathen (NOR)  2:09,75 +1,33 1:05,08 1:04,67

14. Thibaut Favrot (FRA)  2:09,76 +1,34 1:04,95 1:04,81

15. Aleksander Aamodt Kilde (NOR)  2:09,81 +1,39 1:04,79 1:05,02

17. Stefan Luitz (GER)  2:09,96 +1,54 1:05,16 1:04,80

Roland Leitinger (AUT)   2:09,96 +1,54 1:05,15 1:04,81

19. Zan Kranjec (SLO)  2:09,97 +1,55 1:04,88 1:05,09

20. Mathieu Faivre (FRA)   2:10,02 +1,60 1:04,84 1:05,18

21. Magnus Walch (AUT)  2:10,22 +1,80 1:05,70 1:04,52

22. Marco Schwarz (AUT)  2:10,23 +1,81 1:05,41 1:04,82

Nicht für 2. Durchgang qualifiziert: 33. Manuel Feller (AUT) 1:05,99 +1,96, 45. Vincent Kriechmayr (AUT) 1:06,37 +2,34, 46. Stefan Brennsteiner (AUT) 1:06,43 +2,40, 59. Adrian Pertl (AUT) 1:07,08 +3,05, 62. Raphael Haaser (AUT) 1:07,42 +3,39

Ausgeschieden im 2. Durchgang: Victor Muffat-Jeandet (FRA)

Bitte melden Sie sich an, um den Artikel in voller Länge zu drucken.

Bitte geben Sie Ihren
Gutscheincode ein.

Der eingegebene Gutscheincode
ist nicht gültig.
Bitte versuchen Sie es erneut.
Per E-Mail teilen
Entdecken Sie die VN in Top Qualität und
testen Sie jetzt 30 Tage kostenlos.