Es hat „klick“ gemacht

von Heimo Kofler
Ariane Rädler war beim Weltcup in Lake Louise vor einem Jahr nur ein Abfahrtstraining vergönnt. gepa

Ariane Rädler war beim Weltcup in Lake Louise vor einem Jahr nur ein Abfahrtstraining vergönnt. gepa

Ariane Rädler qualifizierte sich für die Super-G-Weltcuprennen in St. Moritz.

Schwarzach Ist es Comeback Nummer fünf oder sechs? Egal, Ariane Rädler ist wieder im Weltcup zurück, feiert am kommenden Wochenende mit dem Super-G in St. Moritz ihre Rückkehr in den Skizirkus. Die Head-Pilotin qualifizierte sich in Obergurgl bei der ÖSV-internen Ausscheidung für einen der vier offenen Startplätze für die Rennen in der Schweiz und hält als zweite Dame neben Nina Ortlieb die Vorarlberger Fahne hoch.

„Es ist in den letzten Wochen prima gelaufen, darum hatte ich auch bei der Qualifikation ein gutes Gefühl“, erzählt die 25-Jährige vom SC Möggers. „Es war der erste Renn-einsatz für mich seit einem Jahr. Ich bin glücklich, dass ich in St. Moritz dabei bin.“ Neben Rädler bemühten sich Rosina Schneeberger, Michaela Heider, Ricarda Haaser, Michelle Niederwieser, Christina Ager und Sabrina Maier um einen Startplatz für die beiden Weltcup-Super-G am Samstag und Sonntag im Schweizer WM-Ort.

Vertrauen ist zurück

Genau vor einem Jahr musste sich Rädler nach einem Sturz im Training für die Abfahrt in Lake Louise wieder die Sinnfrage stellen. Nach dem vierten Kreuzbandriss ihrer Karriere, dem dritten im linken Knie, war ihre Qualität als Stehaufmännchen – wie sie sich selbst bezeichnet – neuerlich gefragt. „Am Anfang bist du echt am Boden. Du willst nicht, dass dir eine Verletzung vorgibt, mit dem Sport aufzuhören.“ Es sei eine schwierige Zeit gewesen, gibt Rädler zu. „Aber wenn ich gedacht habe, es geht nicht, hat mich immer jemand von der Familie, den Freunden, Mentor Dietmar Ruck, die ÖSV-Trainer oder die Menschen im Dornbirner Olympiazentrum aufgebaut.“ Sie habe nicht gewusst, wie schnell es gehen würde, um wieder zurückzukommen. „Nach früheren Verletzungen bin ich nach einem halben Jahr ins Training eingestiegen. Diesmal hatte ich fast zehn Monate Zeit. Ich bin konditionell besser vorbereitet, habe mehr ins Krafttraining investiert, ich fühle mich körperlich wieder sehr gut. So blöd es klingt, aber aus jeder Verletzung lernst du etwas. Ich weiß jetzt, dass ich nicht mehr so viele Trainingsfahrten brauche, um gut zu sein.“

Rädler war im September erstmals seit fast zehn Monaten auf Ski gestanden. „Ich hatte eigentlich nie einen konkreten Plan, wann ich wieder einsteigen werde. Was ich wusste: Für mich und vor allem das Knie muss sich das Skifahren gut anfühlen. Und es hat plötzlich klick gemacht. Ich habe Vertrauen gefasst, wieder voll anzugreifen. Vor zwei Tagen wurde mir klar: Ich bin von der Form her wieder dabei.“

Gutes Vorzeichen

Es sei aber schon noch einiges aufzuholen. „Natürlich fehlen im Gegensatz zu den Vorjahren wichtige Trainingskilometer. Die muss ich mit meiner Erfahrung wettmachen.“ Die Trainingseinheiten unter perfekten Bedingungen in Obergurgl seien ihr zugute gekommen. Große Unterstützung erfährt sie beim Comebackversuch durch Trainer Christoph Alster, im ÖSV für die Weltcupgruppe 2, zuständig.

Ins erste Rennen der Saison geht Rädler mit einem guten Vorzeichen. Bei ihrem bisher letzten Super-G fuhr sie als Siegerin durchs Ziel. In Saalbach gab es im März 2019 bei den österreichischen Meisterschaften Gold vor Teamkollegin Nina Ortlieb.

„Du willst nicht, dass dir eine Verletzung vorgibt, mit dem Sport aufzuhören.“

Ski-weltcup

So geht es weiter

Samstag

Herren-RTL St. Caterina 10.30/13.30 Uhr

Damen-Super-G St. Moritz 11.30 Uhr

Sonntag

Herren-RTL St. Caterina 10.00/13.00 Uhr

Damen-Super-G St. Moritz 11.30 Uhr

12. Dezember

Damen-RTL Courchevel 9.30/12.30 Uhr

Herrenabfahrt Val d‘Isere 10.30 Uhr

13. Dezember

Damen-RTL Courchevel 9.30/12.30 Uhr

Herren-Super-G Val d‘Isere 10.30 Uhr

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