Verspäteter Aufschlag zur Normalität

von jochen dünser
Weltklasse-Doppelspieler Philipp Oswald schlägt in der VMM 2020 für seinem Heimatverein TC ESV Feldkirch auf. GEPA

Weltklasse-Doppelspieler Philipp Oswald schlägt in der VMM 2020 für seinem Heimatverein TC ESV Feldkirch auf. GEPA

4167 Spieler in 371 Teams aus 42 Vereinen ab Samstag in Tennismeisterschaft auf Titeljagd.

Schwarzach Mit vier Wochen Verspätung öffnet kommenden Samstag die zum 46. Mal ausgetragene Vorarlberger Mannschaftsmeisterschaft (VMM) im Tennis ihre Pforten. Die 4167 gemeldeten Aktiven (860 weibliche und 3307 männliche) von Hörbranz bis ins Hochmontafon wurde die bisherige Bestmarke aus dem Vorjahr von 4563 Aktiven bedingt durch die Auswirkungen im Zusammenhang mit dem Coronavrius zwar nicht ganz erreicht. „Eine Absage der Meisterschaft wäre ein herber Imageverlust für den Tennissport gewesen. Wir sind einfach nur froh und glücklich, dass wir nun durchstarten können und freuen uns über die etwas verzögerte Rückkehr zur Normalität“, betont Evelyn Ratt-Nenning, Geschäftsführerin beim Vorarlberger Tennisverband (VTV) und VMM-Referentin. Trotz der Rückzugsquote von rund 14,5 Prozent der ursprünglich genannten Teams ist die regionale Mannschaftsmeisterschaft im Tennis hinter dem Fußball der zweitgrößte Mannschaftsbewerb im heimischen Sportgeschehen.

Von sechs bis 83 Jahre

Vom Alter her ist das Teilnehmerfeld breit gefächert: Jüngste Aktive sind der am 15. Juni seinen siebten Geburtstag feiernde Aaron Siegele vom UTC Braz bzw. die am 27. März sieben Jahre alt gewordene Selina Aberer, ebenfalls Mitglied der U-8-Mannschaft des UTC Braz. Die Ehre des ältesten VMM-Spielers hält wie in der letzten Saison Ingmar Alge. Der für den TC Dornbirn im Herren-70-Team spielende Alge feiert am 20. November seinen 84. Geburtstag. Älteste Dame ist die am 5. Mai 78 Jahre alt gewordene vielfache Landesmeisterin Helga Raschner, die beim TC Bregenz gemeldet ist.

Die 371 Mannschaften teilen sich in 86 in der Allgemeinen Klasse (25 bei den Damen und 61 bei den Herren). Insgesamt 158 Mannschaften, davon 132 bei den Herren, sind bei den Senioren (ab 35 Jahren) gemeldet und 127 Equipen mit über 510 Mädchen und Burschen sind in der Jugend (Unter 8 bis 17) dabei.

TC Bludenz mit 24 Teams dabei

Die meisten Mannschaften hat der TC Bludenz gemeldet: Der 1956 gegründete Verein, der älteste Tennisklub in der Region, hat 24 Teams gemeldet. Dahinter folgen der TC Vorderland mit 21 und der TC Dornbirn mit 20 Equipen. Insgesamt haben 18 der 41 an der VMM teilnehmenden Vereine zehn und mehr Teams gemeldet. Abgeschlossen wird die Reihe durch den Royal Tennis Club (RTC) Bezau, der so wie der TC Schwarzenberg und der TC Schnifis ausschließlich Jugendteams genannt hat.

Der in Röthis beheimatete TC Vorderland führt so wie in den vergangenen Saisonen mit insgesamt 248 Spieler(inne)n die Rangliste in Bezug auf die Anzahl der Teilnehmer an. Dahinter folgen der TC Dornbirn mit 224 und der TC Hard mit 215. Insgesamt haben 20 Vereine über 100 Spieler gemeldet.

Dass die Tennis-Mannschaftsmeisterschaft keine Grenzen kennt und ein breitgefächertes internationales Flair aufweist, zeigt der Blick auf die Statistik über die Herkunft der einzelnen Aktiven. Insgesamt 26 Nationen finden sich in der Nennliste. Mit 3824 Spielern kommt das Gros aus Österreich, dahinter folgen Deutschland mit 173 und die Schweiz mit 43 Aktiven.

Seit 1986 werden die VMM in der aktuellen Turnierform ausgetragen und seit 1975 gibt es eine lückenlose Aufzeichnung der Siegerteams in der A-Klasse. Seit damals verzeichneten bei den Damen 13 Vereine und bei den Herren zehn Klubs zumindest einen Titelgewinn. Die Erfolgsbilanz wird vom TC Dornbirn angeführt: Bei den Damen stehen 13, bei den Herren 18 Triumphe zu Buche.

In der Spielperiode 2019 holten sich die Damen des TC Bludenz ohne Niederlage die regionale Krone und konnten nach dem Doppelpack in den Jahren 1989 und 1990 ihren dritten VMM-Triumph einfahren. Bei den Herren gelang dem TC ESV Feldkirch der dritte Titelgewinn in Folge bzw. fünfte in der Geschichte. Die Bronzemedaillen gingen 2019 an den 2018-Meister TC BW Feldkirch bei den Damen bzw. die Herren des TC Vorderland.

Während er TC ESV Feldkirch nicht zuletzt durch die Verpflichtung von Weltklasse-Doppelspieler Philipp Oswald auch diesmal wieder zu Favoritenkreis zählen, wird bei den Damen aufgrund des Aufstiegs der Alpenstädterinnen in die zweite ÖTV-Bundesliga ein offenes Titelrennen erwartet.

Modus jeder gegen jeden

Auf Wunsch der Vereine wird in dieser Saison auf den bisherigen Play-off-Modus verzichtet und alle Gruppen im Modus jeder gegen jeden ausgetragen. Außerdem wird 2020 auf die in den letzten Jahren an einem Ort ausgetragenen Finalspiele der A-Gruppen in allen Altersklassen verzichtet.

Tennis

Vorarlberger Mannschaftsmeisterschaft (VMM) 2020

Damen, Gruppe A (6 Teams)

1. Runde (alle Samstag, 14 Uhr): TC ESV Feldkirch (Vizemeister 2019) - UTC Bürs (Aufsteiger); TC Dornbirn (Vierter 2019) - TC Montafon (Fünfter 2019); TC Vorderland (Sechster 2019) - TC Rankweil (Aufsteiger)

Die weiteren Spieltermine: 2. Runde (13. Juni, 14 Uhr); 3. Runde (20. Juni, 14 Uhr); 4. Runde (27. Juni, 14 Uhr); 5. und letzte Runde (4. Juli, 14 Uhr)

Modus: Jeder gegen Jeden ohne Finale

Herren, Gruppe A (8 Teams)

1. Runde (alle Samstag, 14 Uhr): UTC Alberschwende (Vierter 2019) - TC ESV Feldkirch (Meister 2019); TC Nenzing (Aufsteiger) - TC Vorderland (Dritter 2019); TC Altenstadt (Sechster 2019) - TC Bludenz (Fünfter 2019); TC Dornbirn (Vizemeister 2019) - TC Lustenau (Aufsteiger)

Die weiteren Spieltermine: 2. Runde (13. Juni, 13 Uhr); 3. Runde (20. Juni, 13 Uhr); 4. Runde (27. Juni, 13 Uhr); 5. Runde (4. Juli); 6. Runde (11. Juli, 13 Uhr); 7. und letzte Runde (18. Juli, 13 Uhr)

Modus: Jeder gegen Jeden ohne Finale

Titelgarant Oswald mit
Comeback im ESV-Trikot

Feldkirch Nicht nur auf internationaler Ebene ist der aktuell auf Position 40 in der ATP-Doppelweltrangliste gereihte Philipp Oswald Vorarlbergs Aushängeschild in Sachen Tennissport. Auch auf nationaler Ebene kann der 34-jährige gebürtige Feldkircher auf eine stolze Erfolgsliste verweisen: In der ÖTV-Bundesliga holte Oswald 2009 mit dem UTC Vandans und in Folge 2011 (ULTV Linz), 2013 (TC Kirchdorf) und 2014 (Klosterneuburg) jeweils den Titel und wurde insgesamt vier Mal Vizemeister. Durch den Rückzug des TC Kirchdorf aus der ÖTV-Bundesliga und des weltweiten Stopps des Turnierbetriebs bis Anfang August wird Oswald nun in der Vorarlberger Mannschaftsmeisterschaft für seinen Heimatverein TC ESV Feldkirch aufschlagen. „Für mich ist es eine echte Herzensangelegenheit. Ich habe dem Verein viel zu verdanken und freue mich darauf. Als mich Mannschaftsführer Ulli Knoll, einer meiner besten Freude und zudem mein Trauzeuge, gefragt hat, was ich von der Idee halte, musste ich nicht lange überlegen und habe zugesagt. Ich habe letztmals 2004 für den ESV gespielt und will meinen Beitrag dafür leisten, damit die Titelverteidigung gelingt.“

In der Auftaktpartie am Samstag muss Oswald wegen der Teilnahme bei den Austrian Pro Series zwar passen, doch bei der Heimpremiere am 13. Juni wird „Ossi“ den regierenden VMM-Meister anführen.

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