Alles ist auf Stopp gestellt

von Heimo Kofler
Zusammenraufen wird das Motto der Vorarlberger Klubs sein, wenn es künftig um die Gestaltung der zweiten Liga geht.  stiplovsek

Zusammenraufen wird das Motto der Vorarlberger Klubs sein, wenn es künftig um die Gestaltung der zweiten Liga geht.  stiplovsek

Bei der VEU und dem EHC geht der Betrieb erst nach Ostern weiter.

Feldkirch, Lustenau Alles auf Stopp. Bei der VEU Feldkirch und dem EHC Lustenau, den beiden heimischen Eishockeyklubs in der Alps Hockey League, ist der Betrieb aufgrund der Corona-Pandemie bis nach Ostern ruhend gestellt. „Die Spieler haben ein Heimprogramm, die Vertragsverhandlungen sind ausgesetzt“, erklärt Michael Lampert, Geschäftsführer der VEU. „Wir müssen die weitere Entwicklung rund um das Virus abwarten.“ Er hat seine Profispieler und die Mitarbeiter der Geschäftsstelle beim Arbeitsmarktservice zur Kurzarbeit angemeldet. „Die Spieler haben ganz viel Verständnis für die Situation, sehen sehr wohl, dass dem Verein momentan die Hände gebunden sind.“ Schlimmer sei der Umgang mit den Spielervermittlern. Hilfe gibt es vom Dachverband ASVÖ, Ligaverwalter Christian Feichtinger hat um eine Zahlenerhebung gebeten.

Rückschritt als Fortschritt

Beim EHC ist man ähnlich verfahren. „Unsere Profis sind auf Basis eines befristeten Dienstverhältnisses zwischen August und Ende März angestellt. Dann kümmert sich jeder Betroffene selbst um seine Ansprüche beim AMS. Bei den fixangestellten Mitarbeitern wird auf Kurzarbeit umgestellt.“ Schritte für die neue Saison werden beim EHC aktuell keine gesetzt. „Eine Mannschaft aufzustellen, ist momentan schwierig. Seriös kann man das nicht angehen.“

Wenn es wieder losgehen sollte, verbindet Alfare und Lampert eines: Eine Diskussion über den Zustand der Liga. „Wenn wieder ein Normalbetrieb möglich ist, muss man es sich ansehen, in welcher Form es weitergeht und auch, welche Liga Sinn macht“, sagt Alfare. „Wir Vorarlberger haben in diesem Punkt immer wieder Vorstöße gemacht. Die Entwicklung in Italien und Slowenien geht immer weiter in Richtung Profiliga, da gibt es andere Zielsetzungen“, sieht Alfare die Interessen auseinanderdriften. „Die beiden anderen Verbände haben den Vorsitz übernommen und blockieren alles. Zell am See hat keine Nennung für die Alps-Liga abgegeben, weil man sich organisatorisch und finanziell überfordert fühlt. Da muss die Frage erlaubt sein: Sind wir in der richtigen Liga?“ Der Lustenauer erinnert an die ehemalige International League (INL). „Die war sehr interessant, es gab ein Finale Neumarkt gegen Bregenzerwald. Mit zwei Klubs aus Slowenien und Mannschaften wie Eppan oder Kaltern. Die waren etwa unser Niveau, es gab weniger Kosten und Auflagen. Man muss diskutieren, ob das für die österreichischen Vereine die bessere Variante wäre.“

Auch Lampert will, dass Reformen angedacht werden. „Wir müssen das Virus gesundheitlich übertauchen, im April dann offen über unseren Sport reden. Eine AHL in dieser Form kann ich mir nicht mehr vorstellen. Verständlicherweise hat man in Italien für das Eishockey momentan nichts übrig. Es ist für mich auch undenkbar, dass wir im September nach Fassa oder Cortina fahren.“

„Die Frage muss erlaubt sein: Sind wir in der richtigen Liga?“

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