„Ein Titel für die Statistik“

von jochen dünser
Lukas Herburger führt mit Kadetten Schaffhausen ganz klar die Tabelle der Swiss Premium League an. Verein

Lukas Herburger führt mit Kadetten Schaffhausen ganz klar die Tabelle der Swiss Premium League an. Verein

Schweizer Handballverband erklärt Meisterschaft für beendet.

Hard, Lustenau Noch steht die definitive Bestätigung des Schweizer Handballverbands aus. Doch nach der Entscheidung, aufgrund der neuesten Entwicklungen und der dynamischen Verbreitung des Coronavirus den Spielbetrieb mit sofortiger Wirkung einzustellen, deutet einiges darauf hin, dass Vorarlbergs Legionäre im Doppelpack sozusagen auf dem grünen Tisch zum Meister erklärt werden. Sowohl der bei den Kadetten Schaffhausen unter Vertrag stehende Harder Lukas Herburger als auch die beim LC Brühl St. Gallen spielende Lustenauerin Fabienne Tomasini führen mit ihren Klubs die Tabellen in der Swiss Handball League der Männer bzw. der Spar Premium League bei den Frauen an.

Entscheidung nachvollziehbar

Mehr als verständlich, dass die Freude über den möglichen Titelgewinn mehr als nur gedämpft ausfiel, wie Lukas Herburger bestätigt: „Zuerst war es China, dann Italien und jetzt ist es vor der eigenen Haustür. Ich kann die Entscheidung nachvollziehen und das Risiko, einfach mit dem normalen Alltag fortzusetzen, wäre einfach fatal. Ich hoffe einfach, dass sich die Situation so schnell wie möglich normalisiert und der ohnehin schon entstandene Schaden so gering wie möglich ausfällt.“

So sehr die Entscheidung aus sportlicher Sicht schmerzt, stellt der ÖHB-Teamspieler die Notwendigkeit der Maßnahmen in Sinne der Gesundheit für alle Beteiligten in den Vordergrund: „Natürlich ist es bitter, wenn gerade in der wichtigten Phase der Meisterschaft, auf die man sich eigentlich die ganze Saison vorbereitet und gefreut hat, so ein abrupter Schlussstrich gezogen wird. Gleichzeitig zeigt es, dass es im Moment viel wichtigere Dinge gibt als den Sport.“

Ob die Kadetten Schaffhausen, die zwei Runden vor Abschluss des Grunddurchganges mit zehn Punkten Vorsprung die Tabelle anführen und sich zudem für das Cupfinale qualifziert haben, in den nächsten Tagen zum Meister ernannt werden, hat für Herburger eine untergeordnete Bedeutung: „Für mich wäre es ein pragmatischer Titel für die Statistik – nicht mehr und nicht weniger.“

In einer ersten Maßnahme wurde nach der Bekanntgabe der Entscheidung bei den Kadetten Schaffhausen das Mannschaftstraining bis 3. April eingestellt. Die Spieler wurden angehalten, sich selbst fit zu halten. „Da der Beschluss erst am Freitag erfolgte sollten alle weiteren Auflagen vonseiten des Vereins in den nächsten Tagen, nach Gesprächen der Vorstandsmitglieder, konkretisiert werden. Handballspezifische Trainingseinheiten wurden untersagt, lediglich die Benutzung des Kraftraumes ist in Kleingruppen mit maximal drei Personen, unter strenger Einhaltung der Hygienemaßnahmen gestattet.“

Parallel zu seiner Titeljagd beim zehnfachen Schweizer Meister verfolgte Herburger in den nächsten Monaten auch auf internationaler Ebene noch große Ziele nach dem erfolgreichen Auftritt mit Österreichs Nationalteam bei der EURO 2020. Aufgrund der Auswirkungen des Coronavirus steht hinter der Austragung der WM-Qualifikationsspiele gegen die Niederlande Anfang Juni ein großes Fragezeichen. Vorerst hat die Europäische Handball Föderation (EHF) alle Bewerbspiele bis 12. April ausgesetzt.

Sport hat eine Vorbildfunktion

So wie Herburger spricht auch Fabienne Tomasini von einer bitteren, aber absolut nachvollziehbaren Entscheidung. „Nicht nur der Sport, sondern die gesamte Menschheit, befindet sich in einer ganz besonderen Ausnahmesituation, in deren Vordergrund klar die Gesundheit aller steht. Oberste Priorität hat die Eindämmung der Verbreitung des Coronavirus. Gerade als Sportler hat man dabei eine große Verantwortung und Vorbildfunktion, der wir uns bewusst sein müssen. Da hat es eine untergeordente Wertung, ob man nun vor dem Gewinn eines Titels steht oder nicht“, erklärt die 22-jährige Lustenauerin.

Der Klub von Tomasini befand sich mit vier Punkten Vorsprung in der höchsten Liga auf dem Weg in Richtung Titelverteidigung.

„Für mich wäre es ein pragmatischer Titel - nicht mehr und nicht weniger.“

Cupfinalturnier an Graz vergeben

Hard Das Aussetzen des Spielbetriebs in der Spusu Liga der Handballer bis 3. April ist für Geschäftsführer Alexander Kathrein vom Alpla HC Hard die richtige Entscheidung. Fix auch, dass das an Graz vergebene Final Four im ÖHB-Cup nicht am 10./11. April ausgetragen wird. „In den nächsten Tagen soll auch via Videokonferenz eruiert werden was es für Möglichkeiten bzgl. Auf- und Absteiger gibt, sollte der Spielbetrieb diese Saison komplett eingestellt werden“, so Kathrein.

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