Frühes Ende im Ski-Weltcup

Vincent Kriechmayr muss im Super-G Österreichs Ehre retten, sonst geht erstmals seit 25 Jahren eine Saison ohne Kristallkugel zu Ende.  gepa

Vincent Kriechmayr muss im Super-G Österreichs Ehre retten, sonst geht erstmals seit 25 Jahren eine Saison ohne Kristallkugel zu Ende.  gepa

Cortina-Finale abgesagt, In Kvitfjell geht es um die Super-G-Kugel.

Kvitfjell Die alpine Ski-Weltcupsaison 2019/20 geht ohne Saisonfinale in Szene. Der Italienische Wintersportverband (FISI) hat den für 18. bis 22. März angesetzten Abschluss in Cortina d‘Ampezzo wegen der Ausbreitung des Coronavirus abgesagt. Der Weltcup geht damit nächste Woche für die Damen mit drei Rennen in Aare und die Herren mit zwei in Kranjska Gora zu Ende.

Gesundheit hat Priorität

Vorangegangen war der Entscheidung eine Abstimmung des FIS-Councils, in der sich alle Verbände außer Italien gegen eine Durchführung der Finalveranstaltung in Cortina ausgesprochen hatten. Der Vorschlag von FISI, dem Sportministerium, dem Nationalen Olympischen Komitee, der Region Venetien und der Gemeinde Cortina wäre gewesen, die Veranstaltung ohne Zuschauer durchzuführen. Die FIS gab nach der Krisensitzung der FISI Zeit, die Veranstaltung selbst abzusagen, was noch am Freitagabend passierte, statt wie erwartet am Samstag.

FISI-Präsident Flavio Roda bedauerte in einer Mitteilung auf der Verbands-Website die Absage, nicht zuletzt weil die wirtschaftlichen Folgen groß sind. Es wäre dies auch die Generalprobe für die Weltmeisterschaft 2021 gewesen. ÖSV-Herren-Rennsportleiter Andreas Puelacher hatte in Kvitfjell erklärt, dass „unsere Priorität die Gesundheit der Athleten und Betreuer“, und es die Präferenz des ÖSV und von Präsident Peter Schröcksnadel sei, „das Finale nicht in einem Gebiet zu fahren, wo Ansteckungsgefahr ist“.

Weil die im Hintergrund diskutierte Option, in Kvitfjell weitere Weltcuprennen für Herren und Damen (jeweils Speed) sowie in Aare für die Herren (Technik) durchzuführen, aus finanziellen Gründen nicht zu bewerkstelligen ist, geht der Weltcup nächste Woche zu Ende. Damit steht auch fest, dass bei den Herren die Abfahrtskugel bereits vor dem Rennen heute an Beat Feuz geht, im Super-G, Riesentorlauf und Slalom ist bei nun noch je einem Bewerb alles offen. Bei den Damen gehört die Super-G-Kugel Corinne Suter, womit sie als erste Dame nach Lindsey Vonn 2015 das Speed-Double holt. Die Entscheidungen im Riesentorlauf, Slalom und Parallel fallen in Aare.

Drei Punkte fehlen

Der Super-G der Herren morgen wird damit zu einem der wichtigsten in dieser Saison für den ÖSV. Lediglich drei Punkte fehlen Vincent Kriechmayr mit 362 Zählern auf den in der Disziplinwertung führenden Mauro Caviezel (365 Zähler), dahinter liegen Aleksander Aamodt Kilde (336), Matthias Mayer (324) und mit Kjetil Jansrud (305) ein weiterer Norweger. Ziehen die Österreicher den Kürzeren, wird es die erste Weltcup-Saison ohne eine einzige Kristallkugel für den ÖSV seit 25 Jahren.

Ski-Weltcup

Heute

Herrenabfahrt Kvitfjell 11.00 Uhr

ÖSV-Team: Matthias Mayer, Vincent Kriechmayr, Max Franz, Otmar Striedinger, Daniel Danklmaier, Christian Walder, Niklas Köck, Daniel Hemetsberger

Sonntag

Herren-Super-G Kvittfjell 10.30 Uhr

2. Training Herrenabfahrt Kvitfjell

1. Aleksander Aamodt Kilde (NOR) 1:48,23 Minuten, 2. Kjetil Jansrud (NOR) + 0,12 Sek., 3. Nicolas Raffort (FRA) 0,80, 4. Daniel Hemetsberger (AUT) 0,93, 5. Jared Goldberg (USA) 1,00, 6. Vincent Kriechmayr (AUT) 1,15, 7. Travis Ganong (USA) 1,18, 8. Mattia Casse (ITA) 1,22, 9. Steven Nyman (USA) 1,12, 10. Carlo Janka (SUI) 1,26, 11. Mauro Caviezel (SUI) 1,39, 18. Max Franz 1,72, 19. Matthias Mayer (beide AUT) 1,75, 24. Thomas Dreßen (GER) 1,88, 26. Christian Walder (AUT) 1,93, 31. Beat Feuz (SUI) 2,05, 36. Daniel Danklmaier 2,14, 45. Niklas Köck 2,50, 51. Otmar Striedinger 2,66, 58. Johannes Kröll 3,09 - 60. Raphael Haaser 3,80. Nicht am Start: Stefan Babinsky (alle AUT)

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