von markus krautberger
Ronivaldo bei seinem wohl wichtigsten Elfmeter in seiner Karriere. Mit diesem Schuss hievte der Brasilianer Austria Lustenau in das ÖFB-Cupfinale 2020. Gepa

Ronivaldo bei seinem wohl wichtigsten Elfmeter in seiner Karriere. Mit diesem Schuss hievte der Brasilianer Austria Lustenau in das ÖFB-Cupfinale 2020. Gepa

Lustenau Vorarlbergs Fußball-Geschichtsbücher müssen um ein ruhmreiches Kapitel erweitert werden. Denn mit dem 1:0-Heimsieg über Wacker Innsbruck im ÖFB-Cuphalbfinale schaffte es Austria Lustenau als erste Vorarlberger Mannschaft zum zweiten Mal in ein Cupfinale aufzusteigen. Nach dem Coup im Jahr 2011, als man im Endspiel in Wien erst an der SV Ried scheiterte, machten die Grün-Weißen in dem mit 5500 Zuschauern voll besetzten Planet Pure Stadion erneut ein Fußballmärchen wahr und dürfen nun am 1. Mai in Klagenfurt ein weiters Mal um den Pokal spielen.

Ronivaldo macht‘s möglich

Vor einer traumhaften Kulisse, bei der auch die rund 1400 mitgereisten Innsbrucker Fans für grandiose Stimmung sorgten, waren es die Heimischen, die von Start weg das Kommando übernahmen. Austria Lustenau-Trainer Roman Mählich veränderte im Vergleich zum Ligaspiel bei der SV Ried am Wochenende seine Elf nur an zwei Positionen. Der Ex-Innsbrucker Christian Schilling und Pius Grabher standen wieder in der Startelf. Vor allem die Hereinnahme von Grabher, der auf einer für ihn ungewohnten Position hinter der Spitze Ronivaldo spielte, erwies sich als genialer Schachzug von Trainer Mählich. Denn damit zog man den Innsbruckern vor allem in der ersten Hälfte den Zahn, in der sich Wacker-Regisseur Conte überhaupt nicht entfalten konnte. Trotzdem hatte die Gäste die erste Großchance. Nach Flanke von Lukas Hupfauf scheiterte Matthäus Taferner mit seiner Direktabnahme an Austria-Goalie Domenik Schierl, den Nachschuss setzte Wacker Stürmer Atsushi Zaizen (11.) am Tor vorbei. Die Mählich-Elf ließ sich davon aber keineswegs einschüchtern und marschierte vorne weg. Thomas Mayer (19.) stellte nach Doppelpass mit Ronivaldo des Gegners Tormann Lukas Wedl aus spitzen Winkel erstmals auf die Probe. Kurze Zeit später landete eine wunderbare Flanke von Mayer auf Ronivaldos Kopf (24.), doch der Ball strich über die Querlatte. Die Führung für die Hausherren lag in der Luft. Aber es bedurfte eines Fehlers der Innsbrucker, um diese zu bewerkstelligen. Stefan Meusburger mit Ballverlust im Mittelfeld, Mayer schaltete blitzschnell um und dessen langen Ball verlängerte Ronivaldo perfekt in den Lauf von Alexander Ranacher. Der einschussbereite 21-Jährige konnte im Strafraum nur durch ein Foul von Hupfauf gestoppt werden, Schiedsrichter Dieter Muckenhammer zeigte sofort auf den Elferpunkt. Ronivaldo (43.) ließ sich die historische Chance nicht nehmen, brachte die Austria vom Elferpunkt in Führung und ließ das Planet Pure Stadion erbeben. Es war der 63. Treffer des Brasilianers im grün-weißen Dress, „und wohl das wichtigste in meiner gesamten Laufbahn. Dass wir im Cupfinale stehen, ist eigentlich unglaublich. Als ich vor knapp drei Jahren hierher gekommen bin, hätte ich mir das niemals gedacht. Irgendwie kann ich es noch gar nicht glauben“, erklärte der Goldtorschütze den Einzug ins Finale um den österreichischen Cup.

Wahrer Cupfight

Dass man aus Lustenauer Sicht im zweiten Durchgang noch zittern musste, war wohl dem extrem giftigen und lauffreudigen Auftritt in Halbzeit eins geschuldet. Denn die Mählich-Elf wirkte weniger spritzig und überließ den Gästen das Spiel. Die arbeiteten sich Richtung Ausgleich. Doch die Austria hielt mit allem, was sie hatte dagegen, es entwickelte sich ein wahrer Cupfight – bis zur 95. Minute. Als das ganze Stadion schon den Schlusspfiff herbei sehnte, versuchte es Innsbrucks Murat Satin ein letztes Mal per Freistoß. Doch der starke Goalie Schierl glänzte nochmal mit einer wunderbaren Parade. Danach stand das Stadion Kopf und feierte mit der Mannschaft den grandiosen Sieg und Einzug ins ÖFB-Cupfinale. Austria-Coach Mählich spendete ein großes Lob an sein Team. „Hut ab vor dem, was die Burschen abgeliefert haben. Es war ein echter Cupfight, den meine Mannschaft unbedingt gewinnen wollte,“ sprachs und trauerte dennoch der gelben Karte von Schierl nach. Der ist im Finale gesperrt.

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