Die Analyse Dieter Alge

Systemumstellung?

Beim FC Dornbirn wurde nach einem starken Herbstdurchgang auf große Transfers in der Winterpause verzichtet. Mit Leonardo Zottele (20) aus Altach hat der Klub gezielt die Abwehr verstärkt, im Mittelfeld soll der 30-jährige Routinier Christopher Drazan neue Akzente setzen. Abzuwarten bleibt, mit welchem System Cheftrainer Markus Mader seine Elf ins Derby gegen die Austria schicken wird. Denn der 51-Jährige hat in der Vorbereitung eine Umstellung in der Grundordnung vorgenommen. Er ließ sein Team gegen die Bundesligaklubs WSG Tirol und den SCR Altach in einem 3-5-2-System (Offensiv) bzw. in der Defensive in einem 5-3-2 agieren. Zuletzt gegen Eschen ruderte er zurück und spielte wie im Herbst im gewohnten 4-4-2.

Doch welche Vorteile hat eigentlich ein 3-5-2-System? Im Mittelfeld wird eine Überzahl erzeugt. Dadurch ergeben sich mehrere Optionen im Offensivspiel. Weiters ist eine hohe Anzahl an Dreiecksbildungen möglich, womit ein schnelles Kurzpassspiel durchgeführt werden kann. Das System ist zudem hervorragend für ein Mittelfeldpressing geeignet, da nominell durch fünf Spieler Druck auf die ballführende Mannschaft ausgeübt werden kann. Nachteile? Die Problemzonen sind die Außen. Hier braucht es extrem laufstarke Spieler, die in der Defensive sowie in der Offensive ihre Arbeit verrichten müssen. Trifft ein 3-5-2 auf ein 4-3-3, ist man in der Defensive zwangsläufig gezwungen, sein System umzustellen. Zudem ist es sehr schwer, die ganze Spielfeldbreite mit der Dreierkette abzudecken.

Im Spiel gegen Altach hatte sich Mader für ein 3-5-2 festgelegt. Die Spieler mussten bei schnellen Spielverlagerungen viel Laufarbeit leisten. Zudem waren die Außenspieler generell mit Defensivarbeit beschäftigt. Bei Ballgewinn fehlte die nötige Energie für das Umschaltspiel nach vorne. Zudem fehlten oft die zündenden Ideen aus dem Mittelfeld. Positiv war die Kompaktheit, die es dem Gegner schwer machte, Torchancen zu kreieren. Auch im Zweikampfverhalten hatten sich die Rothosen in diesem Test ein Plus verdient.

Mein Fazit: Der FC Dornbirn wird auch in der Rückrunde seine Punkte sammeln. Davon bin ich überzeugt. Gelingt es der Mannschaft zudem, jene Leidenschaft vom Herbst auf den Platz zu bringen, wird auch eine mögliche Systemumstellung Kapitän Aaron Kircher und seine Mannschaftskollegen nicht aus der Spur bringen.

Dieter Alge (53) arbeitet beim Liechensteiner Fußballverband und ist U-17-Nationaltrainer.

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