Eine Akademie der anderen Art

Herbert Tschofen arbeitet an einem Konzept für eine Eishockeyakademie. Stemer-Moosmann

Herbert Tschofen arbeitet an einem Konzept für eine Eishockeyakademie. Stemer-Moosmann

Herbert Tschofen möchte Eishockey und Schule bündeln.

Schwarzach Das Projekt läuft unter dem Titel eine „etwas andere Akademie“. Herbert Tschofen, der Initiator, möchte mit der Vorarlberger Eishockey Akademie die Förderung heimischer Talente antreiben und sieht diese Schiene als Zusatzangebot zu den bestehenden Vereinsmöglichkeiten. „Wir möchten die guten Spieler noch besser machen.“ Im Mittelpunkt steht die Zusammenarbeit mit Vorarlberger Vereinen, aber vor allem mit den Schulpartnern und Lehrbetrieben. „Die Grundidee ist es, Schule und Sport, in diesem Falle Eishockey, miteinander zu verbinden“, sagt Tschofen. „Ich habe dem Eishockeyverband ein Konzept erarbeitet und das Mandat bekommen, dieses weiter zu entwickeln und vorzustellen.“

Die Projektziele hat der Obmann des EHC Montafon in drei Modulen zusammengefasst. Im ersten Teil wird die Akquisition von Nachwuchsspielern, Sichtung, Betreuung von Auswahlmannschaften und Aus- und Weiterbildung der Übungsleiter und Trainer zusammengefasst. Part zwei beinhaltet das Zusammenspiel von Eishockey und Lernen. „Das ist ein wesentlicher Punkt“, sagt Tschofen. „Training und die Spiele sollen beim Heimverein stattfinden.“ Schulisch soll eine Anbindung an das Schulsportzentrum mit dem Internat in Schruns-Tschagguns, das derzeit alpine, nordische und Snowboardsportler ausbildet, stattfinden. „Wir haben eine gute Gesprächsbasis mit dem Schulsportzenturm gefunden. Dort wäre ein Kontingent zur freien Verfügung, die Ski-Mittelschule hätte auch Interesse, das Eishockey würde dazu passen.“ Der Lehr- und der Stundenplan könnten mit den anderen Wintersportarten übereinstimmen, glaubt Tschofen.

Eishockeyklasse als Ziel

Anfang Juli soll es Gespräche mit Andreas Kappaurer, dem pädagogischen Leiter der Bildungsdirektion Vorarlberg und Fachinspektor Conny Berchtold geben. „Da werden wir die Möglichkeiten, wie Schule und Eishockey zusammenpassen, durchspielen.“ Im Endbetrieb könnte sich Tschofen eine eigene Eishockey­klasse vorstellen.

Michael Zangerl, Leiter des Sport­referats beim Land Vorarlberg, ist mit der Idee vertraut, aber nicht mit dem genauen Konzept. „Es ist sehr erfreulich, dass jemand für das Eishockey ein Konzept erstellt. Ich bin aber nicht über die Details informiert.“

„Organisatorisch wird das Projekt eine Herausforderung“, weiß Tschofen. Wie zum Beispiel der Transport zwischen Schule und den Trainings bei den Klubs. Finanziell würde das Projekt mit rund 30.000 Euro pro Saison veranschlagt sein. Getragen von den beteiligten Vereinen, dem Verband, Eltern, Förderungen und Sponsoren.

Überzeugungsarbeit leisten

Bei den Vorarlberger Vereinen wurde Tschofen vorstellig, vom österreichischen Eishockeyverband ist eine Stellungnahme ausständig. Nicht alle Ländle-Klubs sind aber bis dato auf den Zug aufgesprungen. Tschofen: „Ich habe die Vereine gefragt: Wo ist der Nachteil? Eigentlich kann ja niemand dagegen sein.“ Die Bedingung, die das Land stellt: Der Großteil der Vereine muss hinter dem Projekt stehen. „Es ist eine klare Botschaft, das Sportreferat will die überwiegende Zustimmung der Vereine zu dem Projekt. Dafür werde ich weiter Überzeugungsarbeit leisten“, gibt sich Tschofen hartnäckig. Damit sich in ferner Zukunft auch Part drei, die Teilnahme eines Akademie-Teams an der U18-Juniorenliga, realisieren lässt. VN-ko

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