Ein Casting für die WM

Hirscher ist für Aare gesetzt, dahinter ist im Riesentorlauf-Team alles offen.

Adeloboden Wer von Österreichs Ski-Herren am WM-Riesentorlauf am 15. Februar in Aare teilnehmen will, dem bietet sich heute in Adelboden die vorletzte Chance, sich ins Rampenlicht zu rücken. Marcel Hirscher als Titelverteidiger und Führender der Disziplinwertung ist freilich ohnehin gesetzt, Manuel Feller ist in guter Ausgangsposition – dahinter aber ist alles offen.

Hirscher bekam vom Internationalen Skiverband den Weltcupsieg von Beaver Creek nach der Disqualifikation des Deutschen Stefan Luitz zugesprochen, er hat damit drei Saisonrennen dieser Disziplin gewonnen und wurde in Saalbach-Hinterglemm Sechster. Da hatte man sich bei der Materialabstimmung vergriffen. Das Hangfahren gestern n Adelboden ließ der siebenfache Gesamtweltcupsieger aus, reiste erst abends an. „Ich muss die Sicherheit zurückgewinnen. Deshalb verzichte ich auch auf das Hangfahren und werde Mittwoch bis Freitag trainieren“, hatte der Salzburger wissen lassen.

Feller hat „Hunger“

Auch Feller kam erst später als das restliche ÖSV-Team ins Berner Oberland. Platz vier in Alta Badia und elf in Val d‘Isere hat der Tiroler zu Buche stehen, ist damit in der Disziplinwertung 17. An Adelboden hat er als Riesentorlauf-Fünfter 2018 beste Erinnerungen – auch wegen der speziellen Trophäe. „Ich freue mich riesig auf Adelboden. Ich habe eine Glocke vom Vorjahr daheim und noch genug Platz. Wenn ich noch mehr bekomme, gebe ich sie einem Bauern, der sie beim Almabtrieb den Kühen rumhängen kann.“

Nach Rang drei im Slalom von Zagreb hat Feller „Hunger“ auf mehr. „Vom Hang her ist Adelboden fast mein Lieblingsrennen im Slalom. Im Riesentorlauf ist es ein bisserl schwieriger, weil kein Schwung gleich ist wie der andere. Aber ich glaube, ich bin in beiden Disziplinen in einer guten Form.“ Besonders genießt er auch die Atmosphäre am Chuenisbärgli. „Die Schweizer sind ein unglaublich cooles Publikum, die Rennen in der Schweiz zählen zu meinen Favoriten. Jetzt kommen die ganzen Klassiker, die man schon als Kind mitverfolgt hat.“

Die nächstbesten Österreicher in der Disziplinwertung sind Stefan Brennsteiner (28.), Philipp Schörghofer (30.), Johannes Strolz (32.), Roland Leitinger (34.) und Marco Schwarz (39.). Der regierende Vizeweltmeister Leitinger kam diese Saison wie Brennsteiner und Schörghofer von einer Verletzung zurück. Alle drei sind mit dem Saisonverlauf freilich nicht zufrieden.

Leitinger war bisher zweimal 23., aus der Vorbereitung in Folgaria schöpfte er Motivation: „Das Training war gewaltig, wir hatten eine super knackige Kunstschneepiste, die von Tag zu Tag eisiger geworden ist. Das gibt natürlich Aufschlüsse. Gott sei Dank ist etwas weitergegangen, es ist auch Zeit geworden, dass ich nach Saalbach das Ganze überarbeite und Fehler erkenne. Ich hoffe, dass ich im Rennen genau das zeigen kann, was ich im Training auch gespürt habe“, sagte der 27-Jährige.

Herz in die Hand nehmen

Schörghofer hat als beste Saisonleistung Platz 20 in Val d‘Isere erreicht. „Die Ergebnisse waren schlecht, da brauchen wir nicht herumreden“, meinte der Salzburger. „Es sind jetzt richtig gute Schwünge dabei, aber es hapert noch, dass ich einen ganzen Lauf zusammenbringe. Es heißt, das Herz in die Hand nehmen und Gas geben. Es braucht ein Erlebnis im Rennen, dann kann das ganz schnell wieder richtig gut laufen.“

„Ich glaube, ich bin im Slalom und im Riesentorlauf in einer guten Form.“

Ski alpin

So geht es im Weltcup weiter

Samstag

Herren-RTL Adelboden 10.30/13.30 Uhr

ÖSV-Team: Marcel Hirscher, Manuel Feller, Roland Leitinger, Philipp Schörghofer, Stefan Brennsteiner, Marco Schwarz , Magnus Walch, Patrick Feurstein, Johannes Strolz

Sonntag

Herrenslalom Adelboden 10.30/13.30 Uhr

ÖSV-Team: Marcel Hirscher, Michael Matt, Marco Schwarz, Manuel Feller, Marc Digruber, Richard Leitgeb, Christian Hirschbühl, Johannes Strolz

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