Der Unparteiische Robert Schörgenhofer

Schiedsrichter suchen dieKommunikation

Nach zwei von drei Gruppenspielen geht es für ein paar Teams noch um die sprichwörtliche Wurst, also den Einzug in die K.-o-Phase. Aus Sicht der Schiedsrichter gibt es in jedem Spiel interessante Situationen, die dem TV-Zuseher nicht ins Auge stechen. Darunter fallen das Stellungsspiel des Schiedsrichters, das Laufverhalten oder die Regelauslegung. Auffallend bisher war der kommunikative Umgang mit den Spielern. Sehr oft wird das Gespräch mit den Akteuren gesucht, anstatt eine im Regelbuch vorgesehene Gelbe Karte zu zeigen. Das zeugt von Persönlichkeit und Managementfähigkeit der Spielleiter: Weg vom sturen Handeln nach den Regeln, hin zu mehr Transparenz für den Fußballfan in bestimmten Situationen. Diese Vorgehensweise war deutlich erkennbar. Gespannt darf man sein, ob es in den Ausscheidungsspielen weiter so gehandhabt wird, wenn es um Sein oder Nichtsein geht.

Einmal mehr muss ich den Videobeweis erwähnen. Auch wenn einzelne Mannschaften oder Trainer sich gegen den Videobeweis aussprechen, er hat sich bei dieser WM bewährt. Natürlich gibt es immer Situationen, über die man trotz Videobeweis diskutieren kann. Lag dem Ausgleich der Spanier gegen Portugal oder dem der Schweizer gegen Brasilien ein Foulspiel zugrunde? Positiv überrascht bin ich vom Verhalten der Spieler und Trainer bezüglich des Videobeweises. Wurde eine Entscheidung am TV gefällt, dann gab es keine Proteste der Spieler. Ganz anders war das noch beim Confed-Cup letztes Jahr. Hier wurden Spieler und Trainer geradezu ausfällig, da sie in bestimmten Situationen den Videobeweis vom Schiedsrichter einforderten. Mit der Änderung zum 1. Juni wurde klar geregelt, dass Spieler sich eine Gelbe Karte einhandeln, wenn sie den Videobeweis einfordern.

Bemerkenswert auch die Anzahl der bisherigen Roten Karten. In 32 Spielen gab es zwei Ausschlüsse. Es wird deutlich fairer zu Werke gegangen. Schließlich haben die Stars eine nicht zu unterschätzende Vorbildwirkung auf die Jugend. Es sollte nicht nur der Torjubel kopiert werden, sondern auch das Fair Play.

Robert Schörgenhofer aus Dornbirn gilt als Österreichs bester Schiedsrichter.

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