Die Mentalität vonelf Kriegern

Sami Khedira, Mario Gomez (r.) und Co. sind heute keine Stangen, sondern die Schweden im Weg. apa

Sami Khedira, Mario Gomez (r.) und Co. sind heute keine Stangen, sondern die Schweden im Weg. apa

Deutschland im K.-o.-Kampf gegen Schweden.

Sotschi Die Goldene Generation um Neuer, Kroos und Müller will nicht als gescheiterte Weltmeister in die Geschichte eingehen. Der K.o.-Kampf gegen Schweden soll einen neuen WM-Aufbruch markieren. Reus rein? Gündogan? Gomez? Egal. Der Trainer „weiß, worauf es ankommt“.

Wende oder Ende? Auf einer kurzen Jogging-Runde am Morgen mit Ausblick auf das malerische WM-Stadion von Sotschi ist Joachim Löw womöglich der taktische und personelle Geistesblitz für den dringend benötigten Befreiungsschlag gekommen. Das „Wir-werden-das-schaffen“-Versprechen muss auch der Bundestrainer gegen die robusten Schweden mit Taten bestätigen.

Der Druck erhöht sich

Vize-Kapitän Sami Khedira wählte eine besonders drastische Kampfansage: „Das hat Deutschland immer stark gemacht, die Mentalität von elf Kriegern. Die müssen wir wieder reinbekommen.“ Geht’s wieder schief wie beim 0:1 gegen Mexiko, dürfte der Weltmeister ansonsten schon nach dem zweiten Spiel in Russland krachend gescheitert sein.

Der immense Druck auf Trainer und Spieler könnte sich heute noch weiter erhöhen. Nämlich dann, wenn die Mexikaner in ihrer zweiten Partie gegen Südkorea erneut punkten sollten. Dann würde eine Niederlage gegen die robusten Schweden bereits das historische Vorrunden-Aus besiegeln. Ein Alptraum, der im DFB ein Beben auslösen würde – mit allen denkbaren Konsequenzen, auch für den bis zum WM-Start in Russland unantastbaren Löw. Die Coaching-Leistung des Langzeit-Bundestrainers gegen Mexiko war so schlecht wie die Darbietung seiner Weltmeister auf dem Rasen.

Im Olympia-Ort Sotschi stehen Ruf und Zukunft aller auf dem Spiel. Löw hat tagelang geschwiegen. Das Reden überließ er Manager Oliver Bierhoff („Das wird kein Hurraspiel“), Stürmercoach Miroslav Klose („Jeder muss jetzt liefern“) und vor allem seinen Spielern. Die haben miteinander Klartext gesprochen, Besserung gelobt. Und sie setzen auf Jogis Rettungsplan. „Der Trainer ist sich des Ganzen bewusst“, bemerkte Mats Hummels. Klar ist: Die Schweden werden berechenbarer agieren als die flinken Mexikaner, die Löw und das deutsche Team taktisch überrumpelten. „Es gibt viele Gefahren. Gegen Schweden wird es die Kunst sein, von Anfang an Druck zu machen, aber auch nicht ungeduldig zu werden“, erklärte Hummels: „Ein Unentschieden ist nicht in unserem Sinne, weil es wahrscheinlich gleichbedeutend mit einem Ausscheiden ist.“

Fazit: Im 108. WM-Spiel der deutschen Nationalmannschaft wird über den Fortbestand oder das abrupte Ende einer goldenen Generation entschieden. Kapitän Manuel Neuer wählte beinahe Löws Worte für den unerwartet frühen ersten K.o.-Kampf in Russland. „Wir glauben und wissen, dass wir es schaffen können“, sagte der Torwart. Ende oder Wende? Auflösung heute kurz vor 22 Uhr deutscher Zeit.

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