„Rolle der Zuschauerin schmeckt mir gar nicht“

von jochen dünser
SSV-Goalgetterin Fabienne Tomasini muss erstmals in ihrer Karriere wegen gesundheitlicher Probleme in einem Ländle-Derby passen. Steurer

SSV-Goalgetterin Fabienne Tomasini muss erstmals in ihrer Karriere wegen gesundheitlicher Probleme in einem Ländle-Derby passen. Steurer

Goalgetterin Fabienne Tomasini fehlt dem SSV Schoren im Derby.

Dornbirn Bereits seit 13 Saisonen darf sich Vorarlberg mit dem Schulsportverein (SSV) Dornbirn-Schoren und dem HC Sparkasse Blau-Weiß Feldkirch über zwei Vertreter in der Women Handball Austria League (WHA) freuen. Während die Messestädterinnen bereits ihre 22. Saison in der nationalen Eliteliga des Frauenhandballs absolvieren, sind die Blau-Weißen aus der Montfortstadt seit 2005 dabei. Vier Mal (2007, 2009, 2010 und 2014) konnte sich Feldkirch vor dem Ländle-Primus platzieren und auch diesmal ist wieder ein heißer Tanz um die Nummer-eins-Position im Ländle zu erwarten.

Die Ausgangslage vor dem insgesamt 26. Derby am Samstag ab 19 Uhr in der Messehalle ist hochexplosiv, geht es doch am vorletzten Spieltag um die Vormachtstellung auf regionaler Ebene. Und da haben im Moment die Gäste aus der Montfortstadt die besseren Karten. Trotz eines rabenschwarzen Frühjahrs mit lediglich drei Siegen und sieben Niederlagen in Folge nehmen die Blau-Weißen mit 23:17-Punkten den vierten Rang in der Tabelle ein und liegen damit zwei Positionen vor dem SSV Schoren, der bei 22:18-Punkten hält.

SSV Schoren in ewiger Bilanz vorne

Die ewige Derbystatistik sieht dagegen den SSV Schoren mit zwölf Siegen, vier Remis und neun Niederlagen in Front. Eine Spielerin beim diesmaligen Gastgeber, die viel dafür geben würde, könnte sie aktiv auf dem Parkett ins Geschehen eingreifen, ist Fabienne Tomasini. Doch die noch 20-jährige Lustenauerin muss sich schweren Herzens aus gesundheitlichen Gründen im Revierduell mit der Rolle der Zuseherin begnügen. „Ich erhielt vor wenigen Wochen die Diagnose, dass ich am Pfeiferschen Drüsenfieber erkrankt bin und deshalb in den kommenden acht Wochen absolutes Sportverbot habe“, erklärt die BWL-Studentin an der Uni Liechtenstein in Vaduz.

Wie wertvoll der Einsatz von Tomasini für die Gastgeber wäre, zeigt der Blick auf die Torschützenliste. Die sowohl im rechten Rückraum als auch auf der Flügelposition einsetzbare Linkshänderin liefert sich seit Jahren ein Duell mit Johanna Rauch um die Krone in der internen SSV-Torschützenwertung. Mit ihren 88 Saisontreffern nimmt die Linkshänderin als bestklassierte Schoren-Spielerin den zwölften Platz in der WHA-Torschützenliste ein. Seit ihrem WHA-Debüt 2012 hat Tomasini bereits 590 Tore in der höchsten Liga erzielt und wurde in den letzten beiden Saisonen jeweils in das All-Star-Team der Liga nominiert. Aufgrund ihrer Schutzsperre muss die spielstarke und technisch versierte Linkshänderin ihr Vorhaben, die 600er-Marke zu knacken, verschieben. Bis zum Abschluss ihres Bachelorstudiums im Sommer 2019 will Tomasini auf jeden Fall das SSV-Trikot tragen. Danach liebäugelt Tomasini, die bereits in allen ÖHB-Auswahlen im Nachwuchs zum Einsatz kam und letztes Jahr erste Erfahrungen im ÖHB-Frauenteam sammelte, mit einem Wechsel ins Ausland. „Ich bin für alle Seiten offen. Doch bis es so weit ist, will ich mich mit guten Leistungen beim SSV Schoren empfehlen“, betont die Lustenauerin.

Gegner Feldkirch? Da zeichnensich am Ende der 13. WHA-Saison größere Veränderungen ab. Fix ist, dass Coach Andriy Kuzo nach zwei Saisonen sein Amt abgeben wird. Im Derby muss Kuzo die langzeitverletzte Elisabeth Schneider vorgeben, der Einsatz von Laura Seipelt (109 Saisontore) ist fraglich.

Women Handball Austria 2017/18

Grunddurchgang

SSV Dornbirn-Schoren - HC Sparkasse BW Feldkirch Samstag, 19 Uhr

Messehalle, SR Begovic/Bubalo

Tabelle:  1. Hypo NÖ (Meister) 20 19 0 1 586:397 +189 38

  2. UHC Stockerau 20 16 1 3 540:472 +68 33

  3. SG MGA/Fivers 20 15 0 5 515:449 +66 30

  4. HC Sparkasse BW Feldkirch 20 11 1 8 496:499  -3 23

  5. HIB Handball Graz 20 11 0 9 528:484  +44 22

  6. SSV Dornbirn-Schoren 20 11 0 9 560:537 +23 22

  7. WAT Atzgersdorf 20 8 1 11 511:550 -39 17

  8. Handball Wr. Neustadt 20 8 0 12 432:471 -39 16

  9. ATV Trofaiach 20 6 1 13 463:505 -42 13

 10. Union St. Pölten 20 6 0 14 480:540 -60 12

 11. UHC Eggenburg (Aufsteiger) 19 3 1 15 420:498  -78 7

 12. Union Korneuburg 19 2 1 16 408:537 -129 5

Letzte Runde: Hypo NÖ - SSV Dornbirn-Schoren, 12. 5., 19 Uhr; HC Sparkasse BW Feldkirch - Union Korneuburg, 12. 5., 19 Uhr.

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